Nach zweitägigen Beratungen hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dem G-7-Gipfel im kanadischen Québec ein unerwartet gutes Zeugnis ausgestellt.
„Dieser G-7-Gipfel ist weitaus erfolgreicher verlaufen, als ich zu Beginn erwartet hatte“, erklärte Merz am Dienstag (Ortszeit) nach dem Abschluss der letzten Arbeitssitzung.
Besonders hob er hervor, dass sich die sieben führenden Industrienationen auf gemeinsame Erklärungen zu insgesamt sieben Themenfeldern einigen konnten – ein diplomatischer Achtungserfolg angesichts der internationalen Spannungen.
Bereits am Vortag hatten sich die Staats- und Regierungschefs auf eine abgestimmte Haltung zum Konflikt zwischen Israel und dem Iran verständigt. Am Dienstag folgten gemeinsame Stellungnahmen zu weiteren wichtigen Themen, darunter strategisch relevante Rohstoffe, Migration sowie der Umgang mit künstlicher Intelligenz.
Uneinigkeit bei Ukraine, Klima und Entwicklung
Nicht in allen Fragen konnten die G-7-Staaten eine gemeinsame Linie finden. Zu den kontroverseren Themen – Krieg in der Ukraine, Klimaschutz und Entwicklungshilfe – blieben gemeinsame Erklärungen aus. Bereits im Vorfeld hatte die G-7 auf eine traditionelle Abschlusserklärung verzichtet und sich stattdessen auf einzelne Themenpapiere verständigt.
Insbesondere beim Thema Ukraine verhinderten die USA laut kanadischen Regierungsquellen eine einheitliche Position. Washington habe auf eine abgeschwächte Formulierung gegenüber Russland gedrängt, um diplomatische Gesprächskanäle mit der Ukraine offenzuhalten. Die übrigen G-7-Mitglieder – darunter Deutschland, Frankreich und Kanada – hätten hingegen auf eine klare Verurteilung des russischen Angriffskriegs bestanden.
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