Die direkten Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über ein mögliches Kriegsende sind in Abu Dhabi nach zwei Tagen zunächst abgeschlossen. Unter Vermittlung der USA trafen sich ranghohe Militärvertreter beider Seiten am Freitag und Samstag in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Die Gespräche endeten nach wenigen Stunden am Samstagvormittag.
Beide Delegationen äußerten sich laut Medienberichten „zufrieden“ mit dem Verlauf. Konkrete Ergebnisse wurden nicht öffentlich gemacht, weitere Gespräche sollen jedoch bereits kommende Woche stattfinden.
Im Zentrum stand die Zukunft des Donbas. Russland beansprucht die gesamte Region, kontrolliert aber nur rund 80 Prozent davon. Die Ukraine lehnt einen Abzug strikt ab, da Städte wie Slowjansk und Kramatorsk strategisch entscheidend seien. Präsident Selenskyj betonte erneut, dass ein Rückzug ukrainischer Truppen nur mit einem gleichwertigen russischen Rückzug beantwortet werde.
Auf russischer Seite leitete Igor Kostjukow, Chef des Militärgeheimdienstes GRU, die Gespräche. Die Ukraine wurde unter anderem vom Leiter des Präsidialamts, Kyrylo Budanow, vertreten. Die US-Seite war durch Jared Kushner, Steve Witkoff und Josh Gruenbaum präsent.
Hintergrund ist auch ein möglicher Friedensplan, bei dem eine entmilitarisierte Zone im Donbas entstehen könnte – verbunden mit der Einrichtung einer Freihandelszone. Russland schlug vor, diese Zone durch Nationalgarde und Polizei zu sichern – ein Vorschlag, den Kiew wegen der militärischen Ausrüstung dieser Einheiten ablehnt.
Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte erneut, dass Russland nur dann Frieden schließen werde, wenn die Ukraine den Donbas vollständig räumt – eine bekannte Maximalforderung Moskaus. Er verwies auf angebliche Vereinbarungen beim „Gipfel von Anchorage“ zwischen Trump und Putin, ohne Details zu nennen.
International wurde das Treffen mit vorsichtigem Optimismus aufgenommen. Deutschlands Kanzler Friedrich Merz lobte die Gespräche als „abgesprochen mit den USA“. Dennoch warnte Berlin davor, dass ein Friedensschluss keine „bloße Atempause“ für Russland sein dürfe.
Der ukrainische Präsident zeigte sich zurückhaltend: Für Schlussfolgerungen sei es zu früh – Voraussetzung bleibe, dass Russland den Willen zum Kriegsende ernsthaft beweise.
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