Hollywood hätte es nicht besser inszenieren können: vermummte französische Marinesoldaten, ein russischer Tanker unter exotischer Benin-Flagge und dazu der Verdacht, dass das Ganze auch noch mit mysteriösen Drohnen über Dänemark zusammenhängt. Fehlt nur noch James Bond, der vom Helikopter springt, und fertig ist das Drehbuch.
Schattenflotte im Rampenlicht
Der Tanker gehört angeblich zur russischen „Schattenflotte“ – also jener mysteriösen Armada von Ölschiffen, die unter bunten Fantasie-Flaggen fährt, aber am Ende doch wieder nach Moskau durchklingelt. Dieses Exemplar hatte dummerweise keine Papiere parat. Kein Wunder, dass die französische Justiz sofort den Rotstift zog: „Fehlender Nachweis der Nationalität“ und „Weigerung, einer Anweisung zu folgen“. Mit anderen Worten: Der Tanker hat den internationalen Schulausflug ohne Entschuldigung geschwänzt.
Startbahn für Drohnen?
Noch spannender: Laut dem Fachmagazin The Maritime Executive könnte der Tanker als „Startplattform“ für Drohnen gedient haben – jene Flugkörper, die zwischen dem 22. und 25. September den dänischen Flugverkehr nervten. Wenn das stimmt, ist der Tanker weniger ein Ölschiff als vielmehr eine schwimmende Drohnen-Basis. Also quasi ein „Flugzeugträger für Arme“.
Frankreich greift durch
Die französische Marine ließ sich jedenfalls nicht lange bitten und enterte den Kahn vor Saint-Nazaire. Die Bilder von vermummten Soldaten an Deck sehen aus, als sei „Call of Duty: Atlantik-Edition“ gerade live gegangen.
Fazit
Ein russischer Tanker, der vorgibt, beninisch zu sein, im Verdacht steht, Drohnen zu starten, und schließlich von Franzosen geentert wird – das klingt weniger nach Weltpolitik als nach einer Netflix-Serie in Staffel 3.
Titelvorschlag: „Schattenflotte – Liebe, Öl und Drohnen“.
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