Der frühere französische Kulturminister Jack Lang ist wegen seiner Verbindungen zum verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein als Präsident des Instituts der arabischen Welt (IMA) in Paris zurückgetreten.
In einem Schreiben an Außenminister Jean-Noël Barrot, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, bot Lang seinen Rücktritt an. Barrot erklärte, man werde mit dem Verwaltungsrat über eine interimistische Nachfolge beraten.
Ermittlungen wegen Steuerbetrugs
Zeitgleich leitete die französische Finanzstaatsanwaltschaft Ermittlungen gegen Lang wegen des Verdachts auf schweren Steuerbetrug ein. Im Fokus stehen laut Behörden mutmaßliche finanzielle Verbindungen zwischen Lang, seiner Tochter Caroline Lang und Epstein. Lang wies alle Vorwürfe als „haltlos“ zurück.
Das französische Außenministerium hatte Lang bereits zuvor zu einem klärenden Gespräch geladen – offenbar auch wegen seines häufigen Kontakts zu Epstein, wie nun bekannt wurde.
Lang stand seit 2013 an der Spitze des IMA, einer vom Außenministerium unterstützten Kulturinstitution. Zuvor bekleidete er unter den Präsidenten François Mitterrand und Jacques Chirac mehrere Regierungsämter, darunter das des Kulturministers.
Name in Epstein-Dokumenten hunderte Male genannt
In den Ende Januar veröffentlichten Gerichtsdokumenten im Fall Epstein taucht der Name Jack Lang über 670 Mal auf – zusammen mit zahlreichen anderen prominenten Persönlichkeiten weltweit.
Die Ermittlungen gegen Lang sind Teil einer wachsenden juristischen Aufarbeitung der internationalen Verflechtungen rund um Epstein und sein Netzwerk.
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