Startseite Allgemeines Frankreichs Premiers halten kürzer als ein Baguette frisch
Allgemeines

Frankreichs Premiers halten kürzer als ein Baguette frisch

CJMM (CC0), Pixabay
Teilen

Sebastien Lecornu tritt nach einem Monat zurück – Macron bestellt schon wieder Ersatz

Frankreichs Premierminister Sebastien Lecornu hat das getan, was französische Premiers derzeit am liebsten tun: Er ist zurückgetreten.
Nur wenige Stunden nach der Vorstellung seiner Regierung sagte der 39-Jährige „au revoir“ – und überlässt Präsident Emmanuel Macron zum fünften Mal in zwei Jahren die Aufgabe, das politische Puzzle Frankreichs neu zu sortieren.


🧩 Regierungsspiel „Premier-Minister – wer hält’s länger?“

Lecornu war kaum im Amt, da hatte er schon genug. Ganze vier Wochen schaffte er – eine Laufzeit, bei der selbst französische Joghurtbecher nervös werden.

Macron hatte ihn erst Anfang September ernannt, wohl in der Hoffnung, diesmal jemanden zu finden, der nicht beim Wort „Haushalt“ schreiend davonläuft. Aber nein: Frankreichs Parlament bleibt, was es ist – eine Realityshow zwischen den Linken, Rechten und der Mitte, nur ohne Werbepausen.


💥 „Jede Partei will, dass die andere ihre Politik macht“

In seiner Rücktrittserklärung schoss Lecornu scharf gegen das Parlament:

„Die Parteien tun so, als hätten sie alle die absolute Mehrheit“,
klagte er.

Mit anderen Worten: Jeder will regieren, aber niemand will Verantwortung.
Oder wie man in Frankreich sagt: Bienvenue à la démocratie.

Lecornu fügte hinzu, er sei kompromissbereit gewesen – nur leider habe niemand mitgemacht. Das erinnert ein wenig an den Satz: „Ich wollte eigentlich eine Beziehung, aber die andere Person hat es nie erfahren.“


🪖 Nationalgarde, Tränengas und ein Hauch von Chaos

Parallel dazu hatte sich am Wochenende das politische Chaos mit einem Schuss Drama gewürzt: Verteidigungsminister Pete Hegseth stellte 300 Nationalgardisten unter Bundesbefehl, um ICE und Bundesbesitz zu schützen – was in Chicago klingt wie die Handlung einer House of Cards-Folge, aber diesmal echt ist.

In Paris wiederum flogen derweil Posten, Drohungen und Rücktrittserklärungen, als wären sie Crêpes auf dem Nationalfeiertag.


💼 Ministerposten wie Stühle bei der Reise nach Jerusalem

Der neue Finanzminister Roland Lescure sollte eigentlich den altgedienten Bruno Le Maire ablösen – der wiederum Verteidigungsminister werden sollte, bis die Republikaner (LR) meinten: „Non, merci!“
Sie drohten mit Rückzug aus der Regierung, woraufhin Lecornu wohl dachte:

„Na gut, dann zieh ich mich eben zuerst zurück.“

Noch bevor die Krisensitzung der LR überhaupt begann, war der Premier weg.
Macron stand wieder allein da – mit fünf Rücktritten in zwei Jahren und einem Land, das seine Premiers schneller wechselt als Deutschland den Verkehrsminister.


🤝 Macron beauftragt Lecornu, das Problem zu lösen, das er selbst ist

Doch ganz abschreiben will Macron seinen Ex-Premier nicht. Er bat Lecornu, noch schnell einen Kompromiss zu suchen, um die Lage zu beruhigen.
Das ist ungefähr so, als würde man den Kellner, der gerade gekündigt hat, bitten, noch eben das Dessert zu servieren.

Lecornu erklärte sich bereit – aber nur für Gespräche, nicht für ein Comeback. Man kann’s ihm nicht verdenken.


📉 Frankreichs Staatsfinanzen: „Trés bien insolvent“

Der Streit um den neuen Haushalt bleibt der Kern des Dramas.
Frankreich sitzt auf 3,3 Billionen Euro Schulden – damit führt das Land nicht nur beim guten Wein, sondern auch beim schlechten Kreditranking.
Die Ratingagentur Fitch hat Frankreichs Bonität bereits herabgestuft, vermutlich mit den Worten: „Mon dieu.“

Lecornus Vorgänger Bayrou war im Frühjahr an genau diesem Problem gescheitert. Er wollte 44 Milliarden Euro einsparen – und erntete dafür einen politischen Aufstand, der nur von französischen Bäckern beim Mehlmangel übertroffen wird.


⏰ Der Countdown für Macron läuft

Macron selbst steht nun zunehmend unter Druck.
Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon fordert bereits lautstark:

„Macron muss gehen!“

Die Rechte ruft:

„Macron muss wählen: Auflösung oder Rücktritt!“

Und die Mitte? Nun – sie ist einfach müde.

Ob Macron noch einmal einen Premier findet, der länger als ein Croissant hält, ist ungewiss. Insider munkeln, er erwäge, den Job künftig per Wochenvertrag auf Indeed auszuschreiben.


🥖 Fazit

Frankreichs Politik gleicht derzeit einer Boulangerie:
Jeden Tag etwas Neues, alles warm, alles kurz haltbar.

Oder, wie es ein frustrierter Beamter im Elysée-Palast zusammenfasste:

„Wir sind nicht mehr Regierung – wir sind Dauercasting.“

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Rechtsanwalt Daniel Blazek zur neuen Allgemeinverfügung der BaFin bezüglich Instrumenten des harten Kernkapitals bei Genossenschaftsbanken:

„Rechtssicherheit und Kapitalstärkung für Genossenschaftsbanken“ Ein Gespräch mit Rechtsanwalt Daniel Blazek zur...

Allgemeines

Starlink-Satelliten machen Platz da oben – jetzt wird tiefer geflogen

Weltraum, irgendwo über unseren Köpfen – Elon Musk hat mal wieder an...

Allgemeines

Insolvenz:Sonne kommt GmbH

56 IN 74/25 : In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Sonne...

Allgemeines

Insolvenz:Noratis Wohnen GmbH

810 IN 1947/25 N-33-: In dem Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Noratis...