Mit dem Projekt Frankfurt Prime Residential bietet die Plattform OneCrowd derzeit ein digitales Investment in ein ESG-orientiertes Immobilienportfolio im Rhein-Main-Gebiet an. Anlegerinnen und Anleger können sich ab 250 Euro Mindestbeteiligung beteiligen. Die angestrebte jährliche Rendite liegt bei 10 %, die Platzierungsquote beträgt derzeit etwa 86 %.
Das Investmentangebot im Überblick
Das Immobilienportfolio umfasst 26 Wohnobjekte in nachgefragten Lagen wie Frankfurt, Wiesbaden, Offenbach und Bad Soden. Diese sollen energetisch saniert, modernisiert und teilweise leerstehend neu vermietet werden. Nachhaltigkeit steht dabei laut Anbieter im Vordergrund – das Projekt verfolgt eine ESG-Strategie mit Fokus auf Energieeffizienz und Ressourcenschonung.
Hinter dem Angebot steht die Lübke Kelber Investment Partners GmbH (LKIP), ein Unternehmen mit nach eigenen Angaben über 60 Jahren Erfahrung im Immobiliensektor. Die Platzierung erfolgt über digitale Wertpapiere via OneCrowd.
Bewertung aus Anlegersicht
Pro:
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Attraktiver Standort: Das Rhein-Main-Gebiet zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands mit hoher Wohnraumnachfrage.
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ESG-Fokus: Nachhaltigkeit ist ein wachsendes Thema in der Immobilienbranche – sowohl regulatorisch als auch bei Mietern und Investoren.
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Erfahrung des Managements: Die Lübke Kelber Gruppe ist im Markt etabliert, was Vertrauen schaffen kann.
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Geringe Einstiegshürde: Bereits ab 250 Euro investierbar – für viele Privatanleger interessant.
Contra / Risikohinweise:
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10 % Rendite p.a. ist ambitioniert – besonders bei ESG-orientierten Sanierungsprojekten, deren Kosten und Zeitrahmen schwer kalkulierbar sind.
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Keine Kapitalgarantie: Wie bei allen Crowdinvestments droht bei Projektausfall oder wirtschaftlichem Misserfolg der Totalverlust.
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Die angebotenen digitalen Wertpapiere sind nicht reguliert im Sinne eines klassischen Börsenhandels, was Liquidität und Transparenz einschränken kann.
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Nachrangigkeit der Forderung: Im Insolvenzfall stehen Investoren weit hinten in der Gläubigerhierarchie.
Kritischer Hinweis
Die Darstellung des Projekts ist marketingstark und mit Fokus auf Chancen formuliert – das sollte nicht über die substanzielle Risikostruktur hinwegtäuschen. Der aufgerufene Ertrag ist nicht garantiert, und es besteht keine Absicherung durch klassische Mittel wie Grundschuldeintrag oder Einlagensicherung. Zudem fehlt eine detaillierte Darstellung der wirtschaftlichen und rechtlichen Struktur der Emission, etwa zur Laufzeit, Ausschüttungsmodalitäten oder Exit-Szenarien.
Fazit
Frankfurt Prime Residential ist ein typisches Crowdinvestment im gehobenen Immobiliensegment mit ESG-Etikett. Für erfahrene Anleger, die sich der Risiken bewusst sind und ihr Portfolio gezielt diversifizieren möchten, kann das Projekt eine interessante Beimischung sein – insbesondere bei Interesse an ESG-Strategien im Wohnimmobilienbereich. Ein Investment sollte aber niemals ohne eigene Prüfung erfolgen, und das Renditeversprechen von 10 % sollte nicht als Sicherheit verstanden werden.
Empfehlung: Nur für risikobereite Anleger mit Erfahrung im Bereich alternativer Investments und ausreichender Diversifikation im Gesamtportfolio.
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