Nach monatelangen Ermittlungen ist fränkischen Cybercrime-Fahndern ein Schlag gegen eine internationale Betrügerbande gelungen. Die Drahtzieher sollen über gefälschte Online-Angebote Käufer um Hunderttausende Euro gebracht haben.
Die Masche war immer dieselbe: Fernseher, Spielekonsolen und andere gefragte Elektronikartikel wurden im Internet zu auffällig günstigen Preisen angeboten. Wer bestellte, sollte den Kaufpreis per Vorkasse überweisen – doch die Ware kam nie an. Viele Geschädigte hinterließen negative Bewertungen, mehrere Händlerkonten wurden gesperrt.
Gekaperte Händlerkonten und manipulierte Zahlungen
Wie die Zentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg mitteilte, waren die betroffenen Online-Händler nicht selbst verantwortlich. Die Täter hatten deren Zugangsdaten über Phishing-Mails erbeutet, sich in die Konten eingeloggt und Kunden auf fremde Bankverbindungen umgeleitet. Dadurch wurden nicht nur Käufer, sondern auch die eigentlichen Händler geschädigt.
Internationale Zusammenarbeit führt zu Festnahmen
Die Ermittlungen der Nürnberger Kriminalpolizei und der Bamberger Staatsanwaltschaft führten schließlich nach Rumänien. Dort wurden drei mutmaßliche Hintermänner im Alter von 27, 32 und 44 Jahren festgenommen. Auf Grundlage europäischer Haftbefehle wurden sie nach Deutschland ausgeliefert und sitzen nun in Untersuchungshaft.
Umfangreicher Schaden
Die Bande soll über 400 Händlerkonten manipuliert und so gezielt Vorkassezahlungen abgegriffen haben. Auch wenn viele potenzielle Opfer den Betrug erkannten, beziffern die Ermittler den Schaden dennoch auf rund 300.000 Euro. Bereits zuvor waren mehrere mutmaßliche Mittäter festgenommen worden.
Die Ermittlungen dauern an – weitere Festnahmen sind nicht ausgeschlossen.
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