Bei der diesjährigen Aufsichtskonferenz hat die österreichische Finanzmarktaufsicht (FMA) vor anhaltenden Herausforderungen sowohl im Gewerbeimmobiliensektor als auch im Bereich der Kryptowährungen gewarnt.
Gewerbeimmobilien im Fokus
FMA-Vorstand Helmut Ettl betonte, dass die Lage im österreichischen Gewerbeimmobiliensektor weiterhin Anlass zur Sorge gebe. Zwar habe man gehofft, in absehbarer Zeit Entwarnung geben zu können, doch die aktuellen Zahlen ließen dies nicht zu.
Besonders problematisch sei die Entwicklung der notleidenden Kredite (Non-Performing Loans, NPL). Während Ende 2023 die NPL-Quote bei Gewerbeimmobilienkrediten noch bei etwas über drei Prozent lag, sei sie in den vergangenen Monaten deutlich auf durchschnittlich 5,4 Prozent angestiegen.
„Für die Stabilität des Bankensektors ist es wesentlich, dass wir hier wieder in die österreichische Normalität zurückfinden“, erklärte Ettl. Die FMA werde daher den Gewerbeimmobilienmarkt weiterhin eng beobachten. Auf dem privaten Immobilienmarkt sei hingegen eine gewisse Stabilisierung erkennbar.
Kryptomärkte und Geldwäschegefahren
Neben den Immobilienrisiken widmete sich die Aufsichtskonferenz auch intensiv dem Themenfeld Geldwäsche, Finanzbetrug und den damit verbundenen Gefahren im Zusammenhang mit Kryptowährungen.
Ettl wies darauf hin, dass es im Kryptobereich „täglich neue Betrugsfälle“ gebe. Die Bevölkerung sei nach wie vor anfällig für dubiose Angebote und unseriöse Geschäftsmodelle. Hier sei Aufklärung und konsequente Aufsicht erforderlich.
Die FMA habe in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Maßnahmen gesetzt, um den Kryptomarkt zu regulieren und Missbrauch zu verhindern. Dennoch bleibe die Gefahr bestehen, dass digitale Währungen als „Einflugschneise“ für Geldwäsche und betrügerische Finanzgeschäfte genutzt werden könnten.
Fazit
Die Aufsichtsbehörde sieht sich aktuell mit zwei zentralen Risiken konfrontiert:
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Im Gewerbeimmobiliensektor: steigende Ausfallrisiken und wachsende Belastungen für Banken.
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Im Kryptobereich: ein anhaltend hohes Betrugsaufkommen mit Risiken für Kleinanleger und die Integrität des Finanzsystems.
Ettl kündigte an, dass die FMA beide Problemfelder „genau monitoren“ und gegebenenfalls weitere Maßnahmen ergreifen werde, um Stabilität und Vertrauen in den österreichischen Finanzmarkt zu sichern.
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