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Firmenpleiten in Deutschland steigen deutlich – stärkster Zuwachs seit Monaten

Matthias_koll_leverkusen (CC0), Pixabay
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Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli so stark angestiegen wie seit Oktober 2024 nicht mehr. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes meldeten die Amtsgerichte 19,2 Prozent mehr neue Regelinsolvenzen als im Juli des Vorjahres. Es handelt sich damit um den kräftigsten Anstieg innerhalb der vergangenen neun Monate.

Kurze Hoffnung im Frühjahr verpufft

Noch im Mai hatte ein leichter Rückgang der Insolvenzzahlen – der erste seit März 2023 – Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung geweckt. Einige Experten sahen darin bereits ein Anzeichen, dass sich die wirtschaftliche Lage stabilisieren könnte. Doch diese optimistische Sicht hielt nicht lange: Im Juni stiegen die Zahlen wieder an, und der Juli brachte nun einen besonders deutlichen Sprung nach oben.

Wirtschaftliche Belastungen als Hauptursachen

Ökonomen führen den Anstieg auf eine Kombination mehrerer Faktoren zurück:

  • Schwache Konjunktur im In- und Ausland

  • Hohe Zinsen, die Kredite für Unternehmen verteuern

  • Gestiegene Energiekosten und Rohstoffpreise

  • Verhaltene Konsumlaune der Verbraucher

  • Anhaltende Lieferkettenprobleme in einigen Branchen

Besonders betroffen seien nach Einschätzung von Auskunfteien mittelständische Unternehmen, die in konjunktursensiblen Sektoren wie Einzelhandel, Bauwirtschaft oder Gastronomie tätig sind.

Ausblick: 2025 könnte Negativrekord bringen

Mehrere Wirtschaftsauskunfteien rechnen damit, dass die Zahl der Firmenpleiten im Jahr 2025 das Niveau von 2024 übersteigen wird. Damit würde sich ein seit rund zwei Jahren anhaltender Negativtrend fortsetzen. Zwar können Insolvenzen in einer Marktwirtschaft auch Teil eines „Bereinigungsprozesses“ sein, doch Fachleute warnen vor einer Welle von Unternehmensschließungen, die Arbeitsplätze und ganze regionale Wirtschaftsräume gefährden könnte.

Die weiteren Entwicklungen hängen stark davon ab, ob es gelingt, die Konjunktur zu beleben, die Finanzierungskosten zu senken und den Unternehmen Planungssicherheit zu geben. Andernfalls könnte der Sommer 2025 nur ein Vorgeschmack auf eine noch deutlichere Insolvenzwelle im kommenden Jahr gewesen sein.

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