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Finanzkrise in der globalen Hilfe: Rotes Kreuz streicht fast 3.000 Stellen weltweit

bhossfeld (CC0), Pixabay
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Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) steht vor einem seiner größten Einschnitte der vergangenen Jahrzehnte: Knapp 3.000 Stellen sollen weltweit abgebaut werden – das entspricht rund 15 Prozent der gesamten Belegschaft. Grund sind massive Finanzierungslücken, die die humanitäre Organisation zu drastischen Sparmaßnahmen zwingen.

Budgetkürzung um Milliardenhöhe

Wie das Rote Kreuz am Hauptsitz in Genf mitteilte, wird das globale Budget für 2026 auf unter zwei Milliarden Schweizer Franken reduziert. Das ist eine deutliche Kürzung, die sich unmittelbar auf laufende Programme, Personal und Einsatzstrukturen auswirkt.

Das IKRK erklärte, man könne bei dieser Finanzlage nicht mehr garantieren, dass alle Missionen wie gewohnt weitergeführt werden. Auch ein Teil der logistischen und administrativen Kapazitäten müsse zurückgefahren werden.

Ursachen: Weltweite Hilfskrise – und ein großer Ausfall

Auslöser der finanziellen Schieflage ist eine breit angelegte Finanzierungskrise der internationalen Hilfe. Besonders schmerzhaft wirkt sich dabei der Rückzug eines zentralen Beitragszahlers aus:

Die USA, traditionell der größte Geldgeber des IKRK, haben ihre humanitären Hilfsprogramme massiv reduziert. Diese Kürzungen treffen praktisch alle wichtigen Hilfsorganisationen – das Rote Kreuz jedoch besonders hart.

Ein Sprecher warnte:
„Wir erleben eine globale Unterfinanzierung auf einem historischen Tiefpunkt, und das ausgerechnet in einer Zeit mit so vielen Krisen wie nie zuvor.“

Einschnitte in Krisengebieten befürchtet

Die bevorstehenden Stellenstreichungen betreffen laut IKRK Büros in über 100 Ländern. Welche Standorte konkret verkleinert oder geschlossen werden, wird derzeit geprüft. Klar sei aber bereits jetzt, dass dies auch Auswirkungen auf:

  • Versorgungsprogramme für Kriegs- und Katastrophenopfer

  • medizinische Nothilfe

  • die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln

  • Schutzprogramme für Zivilisten in Konfliktgebieten

haben werde.

Insbesondere in Regionen wie Sudan, Afghanistan, Ukraine und mehreren Krisenstaaten in Afrika könnte die humanitäre Lücke größer werden.

Warnung vor globalen Folgen

Experten schlagen Alarm: Das Rote Kreuz ist weltweit eine der wichtigsten Institutionen zur Versorgung von Zivilisten in Konflikten – das einzige, das in viele Kriegsgebiete überhaupt Zugang erhält.

Wenn dessen Strukturen schwinden, könne dies „dramatische Auswirkungen für Millionen Menschen“ haben, warnte die Leitung der Organisation.

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