Startseite Allgemeines FIFA bald auf der Anklagebank? Spieler wollen Milliarden zurück – wegen „ungerechten Fußballregeln“
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FIFA bald auf der Anklagebank? Spieler wollen Milliarden zurück – wegen „ungerechten Fußballregeln“

TayebMEZAHDIA (CC0), Pixabay
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Es ist wieder Zeit für das schönste Spiel der Welt – aber diesmal nicht auf Rasen, sondern im Gerichtssaal. Die FIFA und fünf ihrer treuesten Landesverbände müssen sich möglicherweise warm anziehen. Nein, nicht wegen der WM in Katar oder dubiosen Abstimmungen – diesmal geht es ausnahmsweise mal nicht um Korruption, sondern um… Spielerrechte. Wie langweilig. Oder?

Die Organisation „Justice for Players“, offenbar gegründet von Menschen, die sich noch an Begriffe wie „Arbeitsrecht“ und „Vertragstreue“ erinnern können, plant eine Sammelklage. Und zwar gegen den Fußballweltverband, sowie die Fußballverbände in Deutschland, Frankreich, Belgien, Dänemark und den Niederlanden – kurz gesagt: gegen den halben Kontinent des gepflegten Rasenschach.

Ein bisschen EuGH, ein bisschen Bosman, ganz viel Nostalgie

Der Hintergrund? Der Europäische Gerichtshof hatte im Oktober 2024 beschlossen, dass bestimmte Transferregelungen der FIFA wohl ein bisschen zu 1990er sind. Oder wie der EuGH es formulierte: „nicht mit EU-Recht vereinbar“. Ups. Gemeint sind jene Regeln, die Spieler daran hindern, ihre Verträge vorzeitig zu beenden, ohne gleich von ihrem alten Verein verklagt oder von ihrem neuen Verein auf den Mond geschossen zu werden.

Wer hat sich darüber beklagt? Niemand Geringerer als Lassana Diarra, bekannt aus Filmen wie „Real Madrid – das Mittelfeld vergisst nie“ oder „Chelsea – Die Frühphase“. Vertreten wurde er von der Kanzlei von Jean-Louis Dupont, dem Mann, der einst mit dem Bosman-Urteil das europäische Transferwesen explodieren ließ. Offenbar hat er beschlossen, nochmal auf Tournee zu gehen.

100.000 Spieler betroffen – und wahrscheinlich genauso viele Anwälte

Laut „Justice for Players“ könnten 100.000 Profis betroffen sein, die in der EU seit 2002 unter Vertrag standen. Oder wie die FIFA es nennt: eine halbe Qualifikationsrunde. Angeblich haben diese Spieler durch die rechtswidrigen Transferregeln acht Prozent weniger verdient, was bei durchschnittlichen Gehältern im Profifußball vermutlich nur ein paar Luxus-SUVs und eine Villa in Monaco pro Kopf ausmacht.

Wie genau diese Zahl berechnet wurde? Gute Frage. Man wolle „vorerst keine Details nennen“. Oder wie man in der UEFA-Zentrale sagt: Business as usual.

Klagen? Vielleicht. Verhandlungen? Vielleicht. Chaos? Garantiert.

Zunächst will man also verhandeln – also, freundlich höfeln, wie man in Brüssel sagt. Sollte das nicht klappen (was bei der FIFA überraschend wäre…), soll es ab 2026 richtig zur Sache gehen: mit Klagen in den Niederlanden. Warum dort? Weil dort offenbar die idealen Bedingungen für juristische Nachspielzeiten herrschen.

Ob die Klage durchgeht? Unklar. Das niederländische Recht verlangt eine „ausreichend nahe Verbindung“ zum Land. Aber hey, wo lässt sich Nähe besser herstellen als durch ein paar Millionen Euro Schadenersatz und die Aussicht auf PR?

 

 

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