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Fehlerhaftes Gang-Datenbankeintrag: Unschuldiger Venezuelaner in El Salvador inhaftiert

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Ein fataler Fehler in der Gang-Datenbank von Texas hat zur Deportation eines unschuldigen Venezuelaners geführt. Francisco Garcia Casique, ein 24-jähriger Barbier aus Longview, Texas, sitzt seit März 2025 im Terrorism Confinement Center (CECOT), einem Hochsicherheitsgefängnis in El Salvador. Die Ursache: Ein Datenbankeintrag, der ihn fälschlicherweise als Mitglied der berüchtigten venezolanischen Gang Tren de Aragua ausweist.

Datenbank verwechselt Identitäten

Der Fehler entstand, als die Texas Gang Database (TxGANG) ein Foto eines anderen Mannes – mit Bart und Tätowierungen – mit den persönlichen Daten von Garcia Casique verknüpfte. Dieser Mann, Juan Jose Calvillo-Castaneda, ein mexikanischer Staatsbürger mit möglicher Gangverbindung, war zur gleichen Zeit in einem ICE-Haftzentrum. Die Verwechslung führte dazu, dass Garcia Casique als gefährlicher Gangmitglied registriert wurde.

Trotz des Fehlers verteidigen die US-Behörden die Deportation. Tricia McLaughlin, stellvertretende Ministerin im Heimatschutzministerium, erklärte, dass der Fehler in der staatlichen Datenbank keine Auswirkungen auf das Abschiebeverfahren gehabt habe. Laut McLaughlin sei Garcia Casique illegal eingereist und aufgrund eines Gerichtsbeschlusses ausgewiesen worden.

Folgen eines systemischen Fehlers

Die Familie und Unterstützer von Garcia Casique bestreiten die Vorwürfe vehement. Der junge Mann sei ein harmloser Barbier ohne Vorstrafen und habe stets mit den Behörden kooperiert. Seine Mutter, Mirelys Casique, zeigte sich erschüttert:

„Das ist nicht Francisco und das sind nicht seine Tattoos.“

Ein weiterer Kritikpunkt ist das umstrittene Abschiebeverfahren. Präsident Donald Trump hatte die venezolanische Gang Tren de Aragua zur Terrororganisation erklärt und die Abschiebung mit dem Alien Enemies Act gerechtfertigt. Das Gesetz erlaubt die Abschiebung ohne richterliche Überprüfung – ein Vorgehen, das derzeit vor dem Obersten Gerichtshof angefochten wird.

Ungerechte Inhaftierung

Garcia Casique wurde am 6. Februar 2024 in Longview festgenommen und später nach El Salvador gebracht, obwohl er bereits in den USA registriert und unter Aufsicht mit Fußfessel lebte. Laut ICE war er kein Sicherheitsrisiko, was die Behörden jedoch ignorierten.

Ein Jahr später fiel der Fehler in der Datenbank auf: Homeland Security stellte fest, dass das Foto des bärtigen Mannes nicht zu Garcia Casique passt. Doch zu diesem Zeitpunkt war Garcia Casique bereits in CECOT interniert – abgeschnitten von seiner Familie und ohne Aussicht auf Freilassung.

Kritik an Datenbanken und Behörden

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Mängel der TxGANG-Datenbank. Eine Prüfung im November ergab, dass mehr als 11 % der Einträge nicht ordnungsgemäß validiert waren. Trotz verbesserter Prüfverfahren bleiben fehlerhafte Einträge ein Problem.

„Es gibt schwerwiegende Konsequenzen, wenn jemand fälschlicherweise deportiert wird“, warnt Jerry Robinette, ehemaliger Leiter der Homeland Security in San Antonio.

Ein Justizirrtum wie dieser verdeutlicht die Risiken fehlerhafter Datenbankeinträge und übereilter Abschiebungen. Unterstützer von Garcia Casique fordern nun eine gründliche Untersuchung und seine sofortige Freilassung.

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