Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat einem weiteren Generikum der Abtreibungspille Mifepriston die Zulassung erteilt. Hersteller ist das Unternehmen Evita Solutions, das nach eigenen Angaben Abtreibung „normalisieren“ und „für alle zugänglich machen“ möchte.
Mifepriston ist seit dem Jahr 2000 in den USA zugelassen und wird in Kombination mit Misoprostol angewendet. Die Substanz blockiert das Hormon Progesteron, das für die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft notwendig ist, bevor Misoprostol den Abbruch vollendet. Nach Schätzungen wird Mifepriston in rund zwei Dritteln aller Abtreibungen in den Vereinigten Staaten genutzt.
Gesetzliche Pflicht zur Zulassung
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. betonte, die Behörde habe das Präparat nur deshalb genehmigt, weil nach US-Recht jedes Generikum zugelassen werden müsse, sofern es mit dem Originalpräparat identisch sei. Parallel führt die FDA jedoch eine Sicherheitsüberprüfung des Wirkstoffs durch – ausgelöst durch politischen Druck konservativer Abgeordneter und Generalstaatsanwälte.
Scharfe Kritik aus dem konservativen Lager
Die Entscheidung sorgt für Empörung: Der frühere Vizepräsident Mike Pence sprach von einem „Verrat an der Lebensschutzbewegung“. Auch Senator Josh Hawley (Missouri) bezeichnete die Zulassung als „schockierend“. Religiöse Aktivistengruppen hatten im Vorfeld massiv gegen die Pille mobilisiert.
Unterstützung aus dem demokratischen Lager
Befürworter verweisen dagegen auf umfangreiche Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit. Senatorin Patty Murray (Washington) erklärte: „Die Fakten sind so klar wie nie – Mifepriston ist sicher und effektiv.“
Zunehmender Streit über Zugang
Die Kontroverse fällt in eine Phase verschärfter Debatten über Abtreibungsrechte in den USA. Die Regierung Biden hatte zuvor Erleichterungen eingeführt, die es ermöglichten, Mifepriston auch ohne vorherigen Arztbesuch zu erhalten. Kritiker warnen vor gesundheitlichen Risiken, während Befürworter den Schritt als wichtigen Zugangserleichterung für Frauenrechte sehen.
Mit der Zulassung durch Evita Solutions treten nun zwei Generikahersteller neben das Markenpräparat von Danco Laboratories – ein weiterer Schauplatz im politischen Kulturkampf um das Thema Abtreibung in den USA.
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