In den USA sorgt ein neuer Bürokratie-Streich für Aufsehen: FBI-Mitarbeiter wurden gestern (Ortszeit) dazu verdonnert, einen Fragebogen über ihre Ermittlungsarbeit im Zusammenhang mit dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar 2021 auszufüllen.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters enthält die Liste spannende Fragen wie „Was genau haben Sie damals gemacht?“ und „Welche Rolle spielten Sie in den Ermittlungen zum Aufstand der Trump-Anhänger?“ – also quasi eine offizielle Version von: Na, wen haben Sie geärgert?
FBI ist besorgt – und das nicht nur wegen der Bürokratie
„Ich weiß, dass ich und andere, die diesen Fragebogen erhalten haben, viele Fragen und Bedenken haben“, schrieb Chad Yarbrough, stellvertretender Direktor der Abteilung für strafrechtliche Ermittlungen im FBI, in einer internen E-Mail. Was er vermutlich meinte: Leute, was passiert hier gerade?
Und tatsächlich gibt es Grund zur Sorge: Die Regierung von Ex-Präsident Trump hat offenbar große Pläne – und die klingen für so manche Ermittler nach einem schlechten Karrierehoroskop. Der amtierende stellvertretende Generalstaatsanwalt Emil Bove soll die obersten Staatsanwälte der Bundesstaaten angewiesen haben, eine Liste aller Ermittler und Staatsanwälte zusammenzustellen, die an den Kapitol-Ermittlungen beteiligt waren.
Hintergrund: Trump bezeichnete die Arbeit dieser Personen als „schwere nationale Ungerechtigkeit“. Nun könnte sich herausstellen, dass für einige FBI-Mitarbeiter bald nicht nur Fragebögen, sondern auch Kündigungsschreiben auf dem Schreibtisch landen.
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