Der frühere FBI-Direktor James Comey, seit Jahren ein prominenter Kritiker von US-Präsident Donald Trump, ist nach Angaben des US-Justizministeriums wegen „schwerer Straftaten“ angeklagt worden. Eine Grand Jury wirft ihm vor, eine Untersuchung des Kongresses behindert und falsche Aussagen gemacht zu haben. Laut der erst vor wenigen Tagen von Trump ernannten Bundesstaatsanwältin Lindsey Halligan drohen ihm im Falle einer Verurteilung bis zu fünf Jahre Haft.
Trump feiert Anklage als „Gerechtigkeit“
Trump hatte das Justizministerium kürzlich offen aufgefordert, juristisch gegen politische Gegner vorzugehen. Die Anklage gegen Comey begrüßte er umgehend: Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Comey als „einen der schlimmsten Menschen, denen dieses Land jemals ausgesetzt war“ und sprach von einem „Sieg für die Gerechtigkeit in Amerika“.
Hintergrund: Ermittlungen gegen Trump
Comey war 2017 in den Fokus geraten, als er als FBI-Chef Ermittlungen zur möglichen Einflussnahme Russlands auf Trumps Wahlkampf leitete. Kurz darauf wurde er von Trump entlassen – ein Schritt, der international für Aufsehen sorgte. Seither gilt Comey als einer der schärfsten Kritiker des Präsidenten.
Karriere und politischer Kontext
Comey leitete das FBI ab 2013 unter Präsident Barack Obama und blieb bis zu seiner Entlassung im Mai 2017. Davor war er von 2003 bis 2005 stellvertretender Justizminister unter Präsident George W. Bush. Der Jurist hat sich seitdem mehrfach kritisch zu Trumps Politik und Führungsstil geäußert.
Beobachter sehen die Anklage deshalb weniger als juristischen Routinefall, sondern eher als Teil einer politischen Abrechnung Trumps mit einem seiner prominentesten Gegner.
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