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„Everyone Must Go“ – Neuseelands Tourismus-Kampagne sorgt für Aufregung

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Neuseelands neue Werbekampagne zur Förderung des Tourismus hat unerwartet für Kritik gesorgt. Unter dem Slogan „Everyone Must Go!“ („Jeder muss gehen!“) will die Regierung mehr australische Touristen ins Land locken. Doch viele Bürger empfinden die Botschaft als unglücklich gewählt – insbesondere angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Lage und der hohen Auswanderungszahlen.

Ein Slogan mit doppelter Bedeutung

Der Werbespruch, der auf Werbeplakaten mit malerischen Landschaften Neuseelands prangt, soll eigentlich ein Aufruf sein, das Land zu besuchen. Doch Kritiker sehen darin eine bittere Ironie: Tausende Neuseeländer verlassen derzeit das Land, sei es aufgrund von Jobkürzungen oder besseren wirtschaftlichen Perspektiven im Ausland.

Oppositionspolitikerin Cushla Tangaere-Manuel von der Labour-Partei verglich die Kampagne mit einem „Ramschangebot“ und betonte, dass viele Neuseeländer sich derzeit genau so fühlen – als würden sie aus dem Land gedrängt.

Auch auf Social Media sorgte der Slogan für Spott. Einige Nutzer deuteten ihn als Aufruf, das Land zu verlassen, andere machten sich über eine mögliche Assoziation mit überfüllten Toiletten in Touristenhochburgen lustig.

Regierung verteidigt Kampagne

Trotz der Kritik bleibt die Regierung bei ihrer Strategie. Premierminister Christopher Luxon erklärte, dass allein die hitzige Debatte um die Kampagne ein gutes Zeichen sei: „Das zeigt, dass wir Aufmerksamkeit bekommen.“

Tourismusministerin Louise Upston stellte klar, dass der Slogan als Einladung für australische Reisende gemeint sei. Ziel sei es, die Tourismuszahlen auf das Niveau von vor der Pandemie zurückzubringen. Im Jahr 2023 kamen mehr als 1,2 Millionen Australier nach Neuseeland – das sind jedoch nur 88 % der Besucherzahlen von 2019. Mit der neuen Kampagne hofft die Regierung, diesen Wert um 5 % zu steigern.

Fazit: Ein cleverer Marketing-Schachzug oder ein PR-Desaster?

Während einige den Werbespruch als kreative Provokation sehen, empfinden andere ihn als unglücklich gewählt – insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. Ob die Kampagne tatsächlich mehr Touristen anlocken kann oder als PR-Panne in Erinnerung bleibt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.

Die Werbeaktion startet offiziell am Donnerstag und läuft einen Monat lang.

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