Europa will nicht länger nur Zuschauer sein – das ist die zentrale Botschaft des Ukraine-Gipfels in London. Großbritanniens Premier Keir Starmer sprach von einem „historischen Wendepunkt“, an dem Europa selbst die Initiative in den Ukraine-Verhandlungen ergreifen müsse. Frankreich und Großbritannien präsentierten einen eigenen Friedensplan, der sich klar von den Verhandlungen der Trump-Regierung mit Russland absetzt.
Hintergrund: Ein diplomatisches Fiasko in Washington
Der Gipfel kommt zu einem brisanten Zeitpunkt: Erst wenige Tage zuvor hatte Donald Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Oval Office öffentlich bloßgestellt. Seine Forderung? Ein Deal mit Russland – oder die USA ziehen sich zurück. Ein Moment, der in Europa für Entsetzen und in Moskau für Begeisterung sorgte.
Starmer reagierte prompt: „Das ist kein Moment für Gerede – jetzt müssen wir handeln.“
Der europäische Friedensplan: Ein Monat Waffenruhe als erster Schritt
- Frankreich und Großbritannien schlagen eine einmonatige Waffenruhe vor.
- Diese soll Luftangriffe, Seestreitigkeiten und Angriffe auf Energieinfrastruktur aussetzen.
- Eine zweite Phase könnte den Einsatz internationaler Truppen in der Ukraine beinhalten – allerdings erst nach einem offiziellen Friedensabkommen.
Währenddessen betonte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dass ein reiner US-russischer Deal für ihn nicht glaubwürdig sei. Sein Misstrauen gegenüber Putin sei zu groß.
Europa braucht Amerika – aber nicht um jeden Preis
Starmer machte klar, dass die USA weiterhin eine Schlüsselrolle spielen müssen, wies aber die Sorge zurück, Washington sei kein verlässlicher Partner mehr. „Die USA sind nicht unzuverlässig“, versicherte er – was ungefähr so überzeugend klang, wie wenn jemand sagt, dass ein Tinder-Date pünktlich kommt.
Geld und Waffen: Europa setzt Zeichen
- Großbritannien beschleunigt 2,8 Milliarden Dollar an Krediten für die Ukraine, um die eigene Waffenproduktion zu finanzieren.
- Ein weiteres Paket im Wert von 2 Milliarden Dollar wird es der Ukraine ermöglichen, 5.000 Luftabwehrraketen aus britischer Produktion zu erwerben.
Fazit: Europa zeigt Stärke – aber hält Trump mit?
Der Gipfel in London zeigt, dass Europa bereit ist, mehr Verantwortung zu übernehmen. Doch ob die Trump-Regierung sich auf den europäischen Kurs einlässt oder weiter eigene Verhandlungen mit Russland führt, bleibt offen.
Selenskyj jedenfalls lobte die europäische Einheit: „Auf diesem Niveau haben wir sie lange nicht mehr gesehen.“ Klingt gut – jetzt muss nur noch Trump zustimmen. Viel Glück damit.
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