Die plötzliche Abkehr der USA von der Ukraine unter Präsident Donald Trump hat Europa überrascht und zutiefst verunsichert. Innerhalb weniger Tage hat Washington Kiew aus den Friedensgesprächen mit Russland ausgeschlossen, Trumps rhetorische Angriffe auf Präsident Wolodymyr Selenskyj verschärfen den Konflikt weiter.
In Paris fand ein Notfallgipfel europäischer Staatschefs statt, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Dabei wurden Vorschläge wie Friedenstruppen, höhere Verteidigungsausgaben und neue Militärhilfe für die Ukraine diskutiert – jedoch ohne klare Einigkeit.
Experten sehen eine mögliche Führungsrolle für Großbritannien und Frankreich. Premierminister Keir Starmer und Präsident Emmanuel Macron reisen nächste Woche nach Washington, um Trump von einer pro-ukrainischen Haltung zu überzeugen.
Starmer hat als erster europäischer Staatschef die Bereitschaft signalisiert, Bodentruppen zur Friedenssicherung in die Ukraine zu entsenden. Diese würden eine Größe von weniger als 30.000 Soldaten haben und vorrangig Infrastruktur schützen. Doch es gibt viele offene Fragen:
Polen, das über die stärkste NATO-Armee in Europa verfügt, zögert, Truppen in die Ukraine zu schicken – aus Angst, die eigene Grenze zu Russland zu gefährden. Deutschland steht ebenfalls unter Druck: Trotz harter Rhetorik bleibt das deutsche Verteidigungsbudget mit 1,5 % des BIP weit unter dem NATO-Ziel von 2 %.
Sollte ein US-russisches Friedensabkommen von der Ukraine abgelehnt oder von Putin sabotiert werden, müsste Europa einspringen – sowohl mit Militärhilfen als auch diplomatischem Druck.
Die transatlantische Beziehung steht vor der größten Zerreißprobe seit Jahrzehnten. Europa erkennt, dass es sich nicht mehr blind auf die USA verlassen kann – und beginnt sich auf eine eigenständige Verteidigungspolitik einzustellen.
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