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„Es wird richtig schlimm“ – Wächst in Silicon Valley eine KI-Blase heran?

Alexas_Fotos (CC0), Pixabay
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Die Euphorie um Künstliche Intelligenz (KI) ist groß, doch in der Tech-Hochburg Silicon Valley mehren sich die Stimmen, die vor einer gefährlichen Überbewertung der Branche warnen. Investoren, Analysten und frühere Unternehmer beobachten mit wachsender Sorge, dass milliardenschwere Deals zunehmend auf undurchsichtige Finanzierungsmodelle und gegenseitige Beteiligungen gründen – manche sprechen bereits von „zirkulärer Finanzierung“.

Auf dem OpenAI-Entwicklertag zeigte sich sogar CEO Sam Altman selbst offen für Kritik: Einige Bereiche der KI seien „ziemlich überhitzt“, räumte er ein. Gleichzeitig betonte er, bei OpenAI geschehe „etwas Reales“. Das Unternehmen, bekannt geworden durch ChatGPT, steht im Zentrum zahlreicher milliardenschwerer Partnerschaften – unter anderem mit Nvidia, AMD, Microsoft, Oracle und SoftBank. Es ist trotz rasant wachsender Umsätze bisher nicht profitabel.

Mahner erinnern an Nortel und Dotcom-Blase

Frühere Tech-Veteranen wie Jerry Kaplan warnen offen: Die aktuelle Dynamik erinnere an vergangene Blasen, etwa während des Dotcom-Booms. Sollte diese platzen, drohten nicht nur der KI-Sektor, sondern die gesamte Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Auch globale Akteure wie der Internationale Währungsfonds, die Bank of England oder JP-Morgan-Chef Jamie Dimon äußerten zuletzt Zweifel an der Nachhaltigkeit der aktuellen Entwicklung.

Ein besonders kritisierter Aspekt ist die Art der Investitionen: Unternehmen finanzieren mitunter ihre Kunden oder Lieferanten, um das eigene Wachstum anzukurbeln – ein Modell, das einst auch der kanadische Telekomriese Nortel anwandte, bevor er in der Insolvenz endete.

Massive Investitionen in Infrastruktur

Gleichzeitig entstehen weltweit riesige Rechenzentren zur Verarbeitung von KI-Daten. OpenAI etwa plant eine Infrastruktur mit 10 Gigawatt Leistung in Texas – Kostenpunkt: rund 500 Milliarden US-Dollar. Kritiker befürchten langfristige ökologische Folgen und bezweifeln, dass die Nachfrage das Angebot auf Dauer decken wird.

Trotz aller Warnungen glauben viele im Silicon Valley weiterhin an das transformative Potenzial von KI. Sie verweisen auf die Entstehung des Internets, das letztlich auch auf überzogenen Investitionen in die Telekominfrastruktur der 1990er-Jahre aufbaute.

Doch die Frage bleibt: Gibt es noch genug Kapital, um die hochfliegenden Pläne der KI-Giganten weiter zu finanzieren?

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