Zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Kidnapping ihrer 84-jährigen Mutter hat die US-Fernsehmoderatorin Savannah Guthrie einen eindringlichen Appell veröffentlicht. In einer Videobotschaft wandte sie sich direkt an „denjenigen, der sie festhält oder weiß, wo sie ist“ – und fügte hinzu: „Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.“
Die Familie habe weiterhin Hoffnung, sagte Guthrie. Ihre Mutter Nancy werde schmerzlich vermisst.
Unterdessen untersuchen Ermittler des FBI DNA-Spuren, die auf einem Handschuh gefunden wurden. Der Handschuh war in einem Feld etwa drei Kilometer vom Wohnhaus Nancy Guthries in Tucson (Arizona) entfernt entdeckt worden. Nach Angaben der Behörden ähnelt er dem Handschuh, den ein maskierter Verdächtiger in Aufnahmen einer Türkamera trug – in der Nacht, in der die Seniorin verschwand.
Insgesamt seien rund 16 Handschuhe im Umfeld des Hauses sichergestellt worden, teilte das FBI mit. Die meisten stammten jedoch offenbar von freiwilligen Helfern, die an der Suche beteiligt waren. Der nun analysierte Handschuh sei hingegen „anders“ und passe optisch zu dem in dem Überwachungsvideo erkennbaren Modell.
Vorläufige DNA-Ergebnisse liegen laut FBI bereits vor. Noch stehe jedoch die abschließende Qualitätssicherung und offizielle Bestätigung aus, bevor das Profil eines „unbekannten männlichen Täters“ in die nationale Datenbank eingespeist werde.
Die Ermittler hatten zuvor Videoaufnahmen veröffentlicht, die einen maskierten Mann mit Handschuhen und Rucksack vor Guthries Haustür zeigen. In dem Video versucht der Mann zunächst, die Kamera mit seiner behandschuhten Hand zu verdecken, und nutzt anschließend Buschwerk aus dem Vorgarten, um die Sicht zu blockieren.
Nach forensischer Auswertung geht das FBI davon aus, dass der Verdächtige zwischen 1,75 und 1,77 Meter groß ist und eine durchschnittliche Statur hat. Der getragene Rucksack wurde als „Ozark Trail Hiker Pack“ mit 25 Litern Fassungsvermögen identifiziert. Medienberichten zufolge soll das Modell ausschließlich bei Walmart erhältlich sein. Ermittler prüfen daher Überwachungsaufnahmen aus umliegenden Filialen.
Nancy Guthrie wurde zuletzt am Abend des 31. Januar gesehen, als ein Familienmitglied sie nach einem Treffen nach Hause brachte. Als sie am nächsten Tag nicht zum Gottesdienst erschien, wurde ihre Familie alarmiert.
Seitdem läuft eine groß angelegte Suchaktion mit Hunderten Einsatzkräften, Hubschraubern, Spürhunden und tausenden Hinweisen aus der Bevölkerung. Die Behörden warnen, dass sich ihr Gesundheitszustand ohne ihre Medikamente schnell verschlechtern könne. Der örtliche Sheriff erklärte, sie sei „nicht in guter körperlicher Verfassung“, leide jedoch nicht an kognitiven Einschränkungen.
Am Freitag durchsuchten Ermittler ein Haus in etwa drei Kilometern Entfernung von Guthries Wohnsitz. Festnahmen gab es bislang nicht.
Das FBI hat die Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung führen, inzwischen von 50.000 auf 100.000 US-Dollar erhöht.
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