Nur drei Tage nach dem verheerenden Zugunglück in Südspanien mit mindestens 42 Toten hat sich erneut ein schwerer Zwischenfall im spanischen Bahnverkehr ereignet. In der Region Katalonien kam es am Dienstagabend zu einem Unfall, bei dem ein Nahverkehrszug mit einer eingestürzten Stützmauer kollidierte. Dabei kam der Lokführer ums Leben, vier weitere Menschen wurden schwer verletzt. Das teilte Claudi Gallardo, Sprecher der Feuerwehr Kataloniens, mit.
Der Vorfall ereignete sich etwa 40 Kilometer nordwestlich von Barcelona. Die Mauer war aufgrund anhaltender starker Regenfälle auf die Gleise gestürzt. Nach Angaben der Regionalregierung und übereinstimmender Medienberichte konnte der Lokführer nicht mehr rechtzeitig bremsen.
Tempolimit nach Zugkatastrophe bei Córdoba
Nach dem tödlichen Hochgeschwindigkeitszugunglück vom Sonntag hat der spanische Netzbetreiber Adif als Vorsichtsmaßnahme die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einem Abschnitt der zentralen Bahnverbindung zwischen Madrid und Barcelona deutlich reduziert. Statt wie bisher mit bis zu 300 km/h dürfen Züge auf dem betroffenen Teilstück aktuell nur noch mit 160 km/h fahren. Das verlängert die Reisezeit um rund 30 Minuten auf etwa drei Stunden.
Laut Adif hatten Lokführer zuvor Unebenheiten in den Schienen gemeldet. Eine technische Untersuchung des Abschnitts ist für die kommende Nacht angesetzt.
Ursache weiter unklar – Schienenbruch nicht ausgeschlossen
Das Zugunglück bei Córdoba am Sonntag hatte sich auf einer modernen, erst kürzlich erneuerten Hochgeschwindigkeitsstrecke ereignet. Dabei waren zwei Waggons eines Zuges entgleist und auf ein benachbartes Gleis geraten, wo sie mit einem entgegenkommenden Zug kollidierten. Beide Züge waren mit über 200 km/h unterwegs.
Ermittler prüfen derzeit, ob ein Bruch der Schiene die Ursache des Unglücks war oder ob der Schaden erst durch die Entgleisung entstand. Ein von der Polizei veröffentlichtes Video zeigt eine deutlich beschädigte Schiene.
Verkehrsminister Óscar Puente erklärte, eine abschließende Klärung der Unfallursache könne mehrere Wochen oder sogar Monate dauern.
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