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Erneut Ausschreitungen bei Protesten in Serbien

OpenClipart-Vectors (CC0), Pixabay
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Zum dritten Mal in Folge ist es in Serbien bei regierungskritischen Protesten zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen. Tausende Menschen gingen am Abend in der Hauptstadt Belgrad sowie in weiteren Städten des Landes auf die Straße, um gegen die Regierung von Präsident Aleksandar Vučić zu demonstrieren.

Gewalt in Belgrad

Nach Berichten serbischer Medien wurden in Belgrad erneut Mülltonnen in Brand gesetzt. Demonstrierende warfen Feuerwerkskörper und andere Gegenstände auf Einsatzkräfte. Die Polizei setzte Absperrungen und teils auch Gewalt ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Innenminister Ivica Dačić erklärte in der Nacht, bei den Zusammenstößen seien sechs Polizisten verletzt und 38 Demonstranten festgenommen worden.

Auslöser: Einsturz in Novi Sad

Die Protestwelle hatte ihren Ursprung im Einsturz eines frisch renovierten Bahnhofsvordachs in Novi Sad Ende vergangenen Jahres. Bei der Katastrophe waren 16 Menschen ums Leben gekommen. Unabhängige Experten machen für die Tragödie Pfusch am Bau, mangelnde Kontrollen und Korruption verantwortlich – alles Faktoren, die sie der Regierung Vučić anlasten.

Unmut über Korruption und Machtmissbrauch

Die Protestierenden werfen der Regierung seit Langem vor, demokratische Institutionen auszuhöhlen, Medien unter Druck zu setzen und enge Verbindungen zwischen Politik und Wirtschaft zu pflegen. Der Vorfall in Novi Sad habe das Fass zum Überlaufen gebracht, heißt es von Oppositionsgruppen.

Proteste im ganzen Land

Neben Belgrad kam es auch in Novi Sad, Niš und Kragujevac zu Kundgebungen. Während die meisten Demonstrationen friedlich verliefen, meldeten die Behörden auch dort vereinzelte Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und der Polizei.

Politische Brisanz

Die Proteste stellen eine ernsthafte Belastungsprobe für die Regierung Vučić dar, die seit Jahren fest im Sattel sitzt. Beobachter sehen in der Eskalation ein Zeichen wachsender Unzufriedenheit mit der politischen Führung und der weit verbreiteten Korruption im Land.

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