Im Zusammenhang mit der Affäre um den verurteilten US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat der britische Politiker und frühere Botschafter im Vereinigten Königreichs in den USA, Peter Mandelson, seinen Austritt aus der Labour-Partei erklärt. Mit diesem Schritt wolle er die Regierungspartei vor „weiteren Peinlichkeiten“ bewahren, schrieb Mandelson laut der Nachrichtenagentur PA in einem Brief an die Parteiführung.
Mandelson war bereits zuvor wegen seiner langjährigen Kontakte zu Epstein in die Kritik geraten und in der Folge von seinem Botschafterposten in Washington abberufen worden. Der Politiker hatte auch nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe gegen Epstein den Kontakt zu ihm gehalten. Die jüngste Veröffentlichung weiterer Akten durch das US-Justizministerium brachte nun erneut belastende Details ans Licht.
Britische Medien berichten, aus den neu veröffentlichten Dokumenten gehe hervor, dass Epstein Mandelson in der Vergangenheit Geld überwiesen haben soll. Diese Vorwürfe hätten die Debatte um Mandelsons Rolle neu entfacht und letztlich zu seinem Parteiaustritt geführt.
In seinem Schreiben erklärte Mandelson, er bedauere zutiefst, erneut mit der Epstein-Affäre in Verbindung gebracht zu werden. Die Behauptungen, Epstein habe ihm vor rund 20 Jahren Geld gezahlt, seien aus seiner Sicht falsch. Er habe darüber weder Unterlagen noch könne er sich an entsprechende Zahlungen erinnern. Diese Vorwürfe müssten nun geprüft werden, schrieb der frühere Spitzenpolitiker. Um Schaden von Labour abzuwenden, habe er sich entschieden, seine Parteimitgliedschaft niederzulegen.
Jeffrey Epstein, der 2019 offiziell durch Suizid in einem US-Gefängnis starb, unterhielt über Jahre hinweg enge Kontakte zu prominenten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Adel auf beiden Seiten des Atlantiks. Auch in Großbritannien reichten seine Netzwerke bis in höchste Kreise. Besonders viel Aufmerksamkeit erregte die Verbindung zu Prinz Andrew, dem Bruder von König Charles III. Wegen seiner Verstrickung in den Skandal wurden Andrew sämtliche royalen Titel und Ehren entzogen.
Der Fall Epstein wirft damit weiterhin lange Schatten – auch auf prominente politische Akteure in Europa.
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