Überraschung in der Hauptstadt: Bill und Hillary Clinton haben angekündigt, nun doch vor dem Kongressausschuss zur Epstein-Affäre aussagen zu wollen. Offenbar hat das traditionsreiche Ehepaar festgestellt, dass Termine vor Ausschüssen doch reizvoller sind, wenn andernfalls das Justizministerium höflich anklopft.
Man freue sich darauf, „einen Präzedenzfall zu schaffen, der für alle gilt“, erklärte der Sprecher des Ex-Präsidenten auf X – was in Washington in etwa heißt: Wenn wir schon müssen, dann bitte alle anderen auch.
Zuvor hatten die Clintons eine Aussage vor dem republikanisch dominierten Ausschuss noch dankend abgelehnt. Ihre Anwälte argumentierten, man habe den Abgeordneten bereits alles mitgeteilt, was irgendwo, irgendwann, eventuell relevant sein könnte – freiwillig, vorsorglich und vermutlich mehrfach kopiert. Doch offenbar reichte das dem Ausschuss nicht aus.
Der Sprecher des Ehepaars zeigte sich irritiert: Die Clintons hätten „unter Eid gesagt, was sie wissen“ – allerdings, so der Vorwurf, sei das den Abgeordneten „egal“. In Kongresskreisen gilt bekanntlich: Was nicht live, unter Scheinwerfern und mit dramatischem Stirnrunzeln gesagt wird, zählt nicht wirklich.
Hintergrund des plötzlichen Meinungswandels war die drohende Empfehlung einer Anklage durch das Justizministerium. Im Repräsentantenhaus war eine entsprechende Abstimmung bereits auf Schiene – wurde nach der nun doch verkündeten Aussagebereitschaft aber vorsorglich vertagt. Washingtoner Beobachter sprechen von einem klassischen Fall politischer Magie: Kaum sagt jemand „Wir kommen“, hören alle auf, die Abstimmung vorzubereiten.
Wann genau die Clintons erscheinen werden, ist noch unklar. Sicher ist nur: Popcorn-Verkäufe rund ums Kapitol dürften rechtzeitig anziehen.
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