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Energiekrise durch Iran-Krieg: Afrika zwischen Stromausfällen, Benzin-Tricks und neuen Chancen

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Der Krieg zwischen den USA, Israel und Iran trifft nicht nur den Nahen Osten – seine Folgen sind längst global spürbar. Besonders hart trifft es viele Länder Afrikas. Steigende Ölpreise, unterbrochene Lieferketten und Unsicherheit auf den Märkten zwingen Regierungen zu drastischen Maßnahmen.

Strom wird knapp – ganze Städte im Dunkeln

Im Südsudan etwa wird Strom inzwischen rationiert. In der Hauptstadt Juba fällt die Elektrizität teilweise täglich für bis zu zwölf Stunden aus. Für viele Betriebe bedeutet das faktisch Stillstand.

Auch Mauritius schlägt Alarm: Dem Inselstaat drohte kurzfristig der Treibstoff auszugehen. Zwischenzeitlich reichten die Reserven nur noch für drei Wochen. Notlieferungen wurden organisiert – allerdings zu deutlich höheren Preisen.

Benzin wird „gestreckt“

In Simbabwe greift die Regierung zu einem ungewöhnlichen Mittel: Benzin wird stärker mit Ethanol vermischt. Der Anteil soll von fünf auf 20 Prozent steigen. Gleichzeitig wurden Steuern gesenkt, um die massiv gestiegenen Preise – teilweise plus 40 Prozent in wenigen Wochen – abzufedern.

Andere Länder setzen auf Priorisierung: In Äthiopien erhalten staatliche Projekte, Sicherheitskräfte und wichtige Industrien bevorzugt Treibstoff. In Krisenregionen wie Tigray wurde die Versorgung sogar komplett eingestellt.

Panik, Knappheit und steigende Preise

In Kenia sind bereits rund 20 Prozent der Tankstellen von Engpässen betroffen. Offiziell gibt es „keinen Mangel“ – doch Hamsterkäufe und Spekulation treiben die Lage an.

Für viele Menschen hat das unmittelbare Folgen. Händler berichten von explodierenden Transportkosten, während Verkaufspreise kaum angepasst werden können. Die Marge schrumpft – oft bis ins Minus.

Wirtschaft leidet – Lieferketten brechen

Besonders deutlich zeigt sich die Krise in der Exportwirtschaft: Kenias Blumenindustrie meldet Verluste von über vier Millionen Dollar in nur drei Wochen. Transportwege sind länger, Nachfrage bricht ein – viele Produkte landen im Müll.

Auch Häfen und Logistik geraten unter Druck, da wichtige Routen wie die Straße von Hormus blockiert oder unsicher sind.

Aber: Einige profitieren

Die Krise hat auch Gewinner. Länder wie Nigeria könnten von steigenden Ölpreisen profitieren und ihre Produktion ausweiten. Südafrika wiederum profitiert indirekt: Weil Schiffe Umwege fahren müssen, gewinnen Häfen am Kap an Bedeutung.

Experten erwarten, dass sich neue Handelsrouten etablieren – mit langfristigen wirtschaftlichen Effekten für die Region.

Fazit

Afrika erlebt die Nebenwirkungen eines Krieges, der tausende Kilometer entfernt stattfindet – aber den Alltag massiv verändert. Stromausfälle, teurer Treibstoff und wirtschaftliche Verluste treffen vor allem die Bevölkerung.

Und selbst dort, wo Staaten profitieren könnten, gilt: Der Aufschwung kommt – wenn überhaupt – nicht bei den Menschen an.

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