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Energieausweis richtig lesen – Was er über Heizkosten verrät

HarmvdB (CC0), Pixabay
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Wenn Sie gerade eine Wohnung oder ein Haus kaufen oder mieten wollen, ist der Energieausweis längst kein Bonus mehr, sondern ein wichtiges Entscheidungskriterium. Er gibt Auskunft darüber, wie energieeffizient ein Gebäude ist – und damit auch, wie hoch die Heizkosten ungefähr ausfallen können.

Warum der Energieausweis so wichtig ist

Vermieter und Verkäufer müssen den Energieausweis bereits bei Besichtigungen vorlegen und in Immobilienanzeigen verpflichtend angeben. Als Kauf- oder Mietinteressent haben Sie sogar Anspruch darauf, den Ausweis einzusehen oder eine Kopie zu erhalten.

Der Energieausweis zeigt, wie viel Energie ein Gebäude für Heizung und Warmwasser benötigt. Dieser Wert wird in Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr (kWh/(m²a)) angegeben und auf einer farbigen Effizienzskala von grün bis rot eingeordnet.

Verbrauchs- vs. Bedarfs­ausweis: Wo liegt der Unterschied?

Es gibt zwei Arten von Energieausweisen:

  • Verbrauchsausweis: Er basiert auf den tatsächlichen Energieverbrauchsdaten der letzten drei Jahre. So ist er günstig und schnell erstellt – kann aber stark vom individuellen Nutzerverhalten beeinflusst sein.
  • Bedarfs­ausweis: Er berechnet den Energiebedarf anhand der Gebäude- und Heiztechnikdaten, z. B. Dämmung, Fenster und Heizanlage. Dafür ist oft eine Vor-Ort-Begutachtung nötig und der Ausweis teurer, zeigt aber ein objektiveres Bild der energetischen Qualität.

Wichtig: Beide Ausweise gelten für das ganze Gebäude, nicht für einzelne Wohnungen – ein direkter Vergleich der Heizkosten verschiedener Wohnungen über den Ausweis ist deshalb nur eingeschränkt möglich.

Was die Effizienzklasse aussagt

Die Effizienzklasse im Energieausweis – ähnlich den bekannten Bewertungen für Elektrogeräte – reicht von A+ (sehr effizient) bis H (sehr ineffizient). Je besser ein Gebäude klassifiziert ist, desto niedriger sind in der Regel die Heizkosten.

Stiftung Warentest zeigt, dass man anhand der Energieeffizienz grob abschätzen kann, welche Heizkosten auf einen zukommen: Bei einem Haus der Klasse C z. B. entstehen bei einer 70-Quadratmeter-Wohnung ungefähr 1.260 Euro Heizkosten pro Jahr.

Mehr als nur ein Wert: Was im Ausweis sonst noch steht

Neben Effizienzklasse und Energiebedarf enthält der Energieausweis oft weitere hilfreiche Informationen:

  • Art der Heizung und des Brennstoffs
  • Warmwasserbereitung
  • Tipps für Modernisierungs- oder Sanierungsmaßnahmen

Solche Hinweise können Ihnen zeigen, wo Einsparpotenziale liegen und welche Sanierungen sinnvoll sein könnten.

Kosten und Gültigkeit des Energieausweises

Die Preise für einen Energieausweis variieren stark:

  • Verbrauchsausweise sind meist günstiger (teilweise schon ab ca. 100 Euro).
  • Bedarfs­ausweise sind aufwendiger und daher teurer, weil ein Fachmann das Gebäude bewertet.

Ein Ausweis ist immer maximal zehn Jahre gültig – danach muss ein neuer erstellt werden. Wird das Gebäude energetisch umfassend modernisiert, kann ebenfalls ein neuer Ausweis nötig sein.

Energieeffizienz lohnt sich – auch finanziell

Eine gute Energieeffizienz wirkt sich nicht nur auf die Heizkosten aus, sondern auch auf Kaufpreis und Finanzierung: Banken gewähren bei energieeffizienten Immobilien oft günstigere Zinskonditionen oder verlangen bei schlechten Energiekennzahlen höhere Zinsen.

Fazit: Der Energieausweis ist mehr als nur ein Papier – er ist ein Schlüsselwerkzeug, um Betriebskosten realistisch einzuschätzen, Energieschwächen eines Hauses zu erkennen und Entscheidungen beim Kauf oder der Miete fundiert zu treffen. Wer ihn richtig liest, kann gelassener in Vertragsverhandlungen gehen und spart möglicherweise langfristig Heizkosten

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