Die von Elon Musk geführte Online-Plattform X (vormals Twitter) sorgt erneut für Diskussionen – diesmal mit einem ungewöhnlichen Schritt: Sie eröffnet einen offiziellen Marktplatz für Nutzernamen. Ziel ist die Umverteilung inaktiver oder ungenutzter Handles, die bislang brachliegen – doch das neue Feature bleibt zunächst einer ganz bestimmten Nutzergruppe vorbehalten.
💰 Nur für zahlende Nutzer
Zugang zu dem neuen System erhalten vorerst nur Premium-Abonnenten, also Nutzerinnen und Nutzer, die monatlich für ihren X-Account zahlen. Sie sollen künftig die Chance haben, sich freie oder besonders gefragte Nutzernamen zu sichern, die bislang von inaktiven Konten blockiert werden.
X unterscheidet dabei zwischen zwei Kategorien:
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„Prioritätsnutzernamen“: Diese können Premium-Kunden kostenlos beantragen, sofern sie ungenutzt sind.
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„Seltene Nutzernamen“ – wie etwa @Tom, @Pizza oder @Music – gelten als digitale Luxusgüter. Sie sollen nur auf Einladung oder nach Bewerbung über X verfügbar sein – gegebenenfalls gegen Bezahlung.
🧩 Musk will Ordnung in „Nutzernamen-Chaos“ bringen
Mit dem neuen Marktplatz greift Elon Musk ein Problem auf, das die Plattform seit Jahren begleitet: Millionen von Accounts sind inaktiv oder gelöscht, blockieren aber weiterhin begehrte Namen. Seit der Übernahme von Twitter im Jahr 2022 hatte Musk wiederholt angekündigt, die „Namenleichen“ zu recyceln und unbenutzte Handles wieder freizugeben.
„Nutzernamen sind wertvolle digitale Güter – sie sollten in den Händen aktiver Menschen liegen, nicht in toten Konten“, sagte Musk bereits 2023. Nun setzt er diesen Plan konsequent um – allerdings mit einem klaren finanziellen Vorteil für zahlende Nutzer.
⚖️ Kritik an Kommerzialisierung von Identität
Der Schritt sorgt für geteilte Reaktionen: Während einige Nutzer die Chance begrüßen, endlich an begehrte Namen zu kommen, warnen Kritiker vor einer „Auktion der Identitäten“. Die Gefahr:
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Reiche Nutzer könnten sich kurze oder markenähnliche Handles sichern.
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Unternehmen und Marken müssten möglicherweise Geld zahlen, um ihre eigenen Namen zurückzuerlangen.
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Der freie Zugang zur Plattform werde weiter eingeschränkt.
Datenschützer und Digitalrechtsexperten befürchten zudem, dass die neue Praxis Missbrauch und Handel mit Fake-Accounts anheizen könnte – etwa durch die Wiederverwertung früher genutzter, prominenter Namen.
🏦 X als digitales Auktionshaus
Bereits seit Monaten experimentiert X mit der Idee, Nutzernamen zu verkaufen. Interne Dokumente deuten darauf hin, dass die Plattform Gebühren in Höhe von mehreren hundert US-Dollar für besonders begehrte Handles in Erwägung zieht.
Die Initiative passt in Musks Strategie, X in ein profitables „Alles-in-einem“-Netzwerk zu verwandeln – mit Fokus auf Abos, Zahlungen und exklusive Funktionen. Schon heute sind viele Features – von blauen Haken bis hin zu längeren Beiträgen – nur noch für Premium-Kunden zugänglich.
🔮 Fazit: Von sozialem Netzwerk zum digitalen Marktplatz
Mit dem Nutzernamen-Markt verschiebt X erneut die Grenzen zwischen sozialer Plattform und kommerziellem Ökosystem. Was einst ein kostenloser Community-Dienst war, wird zunehmend zur bezahlten Statusplattform.
Während Premium-Kunden jubeln, sehen viele alteingesessene Nutzer die Entwicklung kritisch:
Ein Tweet – pardon, ein „Post“ – auf X bringt es treffend auf den Punkt:
„Früher haben wir uns für unsere Namen online beworben. Heute müssen wir sie kaufen.“
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