Tesla-Chef Elon Musk verteidigt sein geplantes gigantisches Vergütungspaket mit einem Gesamtwert von bis zu 1 Billion US-Dollar – nicht etwa, um sein persönliches Vermögen zu steigern, sondern, wie er sagt, um die Kontrolle über Tesla zu sichern und „kulturelle Angriffe“ auf das Unternehmen abzuwehren.
„Es geht nicht darum, das Geld auszugeben“, sagte Musk am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Investoren. Vielmehr brauche er ausreichende Stimmrechte, um das Unternehmen strategisch lenken zu können – jedoch ohne absolute Macht: „Nicht so viel, dass man mich nicht feuern könnte, wenn ich durchdrehe.“
Musk warnt vor Einfluss durch Stimmrechtsberater
Besonders scharf griff Musk die einflussreichen Analysehäuser ISS (Institutional Shareholder Services) und Glass Lewis an, die institutionellen Investoren bei Abstimmungen über Unternehmensentscheidungen beratend zur Seite stehen. Musk nannte sie „Corporate Terrorists“, die „keine Ahnung“ hätten, aber durch ihre Empfehlungen die Kontrolle über Unternehmen wie Tesla beeinflussen könnten.
Beide Organisationen hatten sich bereits 2018 gegen Musks damaliges Vergütungspaket ausgesprochen – ebenso wie nun gegen das neue. Dennoch stimmten 73 % der unabhängigen Aktionäre 2018 für das Paket, das jedoch Anfang 2024 von einem Gericht in Delaware für ungültig erklärt wurde. Bei einer erneuten Abstimmung stimmten später 84 % der Aktionäre dafür.
Neues Paket: Billionenwert nur bei steigendem Börsenkurs
Das aktuelle Vergütungspaket sieht vor, dass Musk 423,7 Millionen Tesla-Aktienoptionen erhält – jedoch nur, wenn Tesla in den kommenden Jahren bestimmte ambitionierte Börsenwertziele erreicht. Sollte dies gelingen, wären die Optionen laut aktuellen Bewertungen nahezu 1 Billion US-Dollar wert.
Musk besitzt derzeit 413 Millionen Tesla-Aktien (etwa 13–14 % der Gesamtanteile) und strebt laut eigenen Aussagen rund 10 % mehr Stimmrechtsanteile an. Die Aktien, um die es im neuen Paket geht, würden ihm helfen, diese Kontrolle zu erlangen.
Board: Paket soll Musk an Tesla binden
Tesla verteidigt das Paket mit Verweis auf Musks vielfältige Verpflichtungen – darunter SpaceX, xAI (eine KI-Firma), sowie die Social-Media-Plattform X (ehemals Twitter). Der Vorstand betont, dass es für Tesla entscheidend sei, Musk „zu halten und zu motivieren“, damit das Unternehmen sein Ziel erreichen könne, „das wertvollste Unternehmen der Welt“ zu werden.
Ob die Aktionäre dem Plan zustimmen, bleibt abzuwarten – ebenso wie das Urteil des obersten Gerichts in Delaware.
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