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Elektronische Patientenakte bleibt Ladenhüter: Verbraucherschützer sehen mehrere Gründe

geralt (CC0), Pixabay
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Ein Jahr nach breiter Einführung wird die elektronische Patientenakte (ePA) in Deutschland deutlich weniger genutzt als erhofft. Nach einer Umfrage im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverband verwalten rund 71 Prozent der gesetzlich Versicherten ihre Akte nicht aktiv, obwohl die große Mehrheit von ihr gehört hat. Ein Teil der Versicherten hat die Nutzung sogar ausdrücklich abgelehnt oder die Akte löschen lassen.

Verbraucherschützer sehen mehrere Ursachen für die geringe Akzeptanz. Viele Menschen haben sich schlicht noch nicht mit der digitalen Akte beschäftigt, andere erkennen keinen unmittelbaren Nutzen. Zudem spielen Datenschutzbedenken für einen Teil der Befragten eine wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass zentrale Funktionen – etwa digitale Impf- oder Bonushefte – bislang nur eingeschränkt verfügbar sind, wodurch der praktische Mehrwert im Alltag begrenzt bleibt.

Auch aus der Ärzteschaft kommt Kritik: Der Registrierungsprozess gilt als kompliziert, und die Akte besteht häufig aus unsortierten Dokumenten, die im Praxisalltag schwer auszuwerten sind. Fehlende Suchfunktionen und unübersichtliche Datenstrukturen erschweren derzeit die Nutzung zusätzlich.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken will die Nutzung deshalb deutlich steigern. Bis zum Jahr 2030 sollen rund 20 Millionen Menschen ihre elektronische Patientenakte aktiv verwenden. Geplant sind neue gesetzliche Regelungen sowie zusätzliche digitale Funktionen, die die ePA stärker in den Behandlungsalltag integrieren und den praktischen Nutzen für Patientinnen und Patienten erhöhen sollen.

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