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Eintracht sucht den neuen Krösche: Viel Gerücht, noch kein Geschäftsführer

evilfavoriteart (CC0), Pixabay
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Als Eintracht-Fan bin ich einiges gewohnt: dramatische Schlussphasen, überraschende Transfers und die Fähigkeit, innerhalb eines Wochenendes zwischen Europapokalträumen und mittelschwerer Lebenskrise zu pendeln. Jetzt kommt eine neue Disziplin hinzu: die öffentliche Suche nach dem nächsten Sportchef.

Markus Krösche ist verabschiedet, sein Schreibtisch braucht einen Nachfolger. Und wir Fans aktualisieren die Nachrichten inzwischen vermutlich häufiger als andere Leute ihren Kontostand.

Andreas Schicker wäre offenbar ein interessanter Kandidat gewesen. Der Hoffenheimer hat einen guten Ruf, kennt die Bundesliga und hätte mit Adi Hütter gleich einen österreichischen Gesprächspartner am Trainingsplatz. Wobei mir die gemeinsame Sprache weniger wichtig wäre als ein gemeinsamer Plan für die Mannschaft.

Nur hat Schicker den Spekulationen vorerst den Stecker gezogen. An den Gerüchten sei nichts dran, seine Arbeit in Hoffenheim mache ihm großen Spaß. Gut, dann eben nicht. Wir suchen schließlich einen Sportchef und keinen Menschen, den wir erst mit einer geführten Stadiontour von seinem beruflichen Glück überzeugen müssen.

Natürlich zuckt beim Wort „Absage“ kurz das Frankfurter Selbstbewusstsein. Wie jetzt, jemand möchte nicht zu uns? Hat der unsere Europapokalnächte gesehen? Andererseits: Ein langfristiger Vertrag und Zufriedenheit beim aktuellen Arbeitgeber sind durchaus nachvollziehbare Gründe. Selbst aus unserer ausgesprochen objektiven Sicht mit Adler auf der Brust.

Also wandert der Blick weiter. Christoph Spycher, Joti Chatzialexiou und Benjamin Weber werden als mögliche Kandidaten genannt. Bei Spycher kommt sofort das warme Gefühl der Vergangenheit dazu. Unser ehemaliger Kapitän zurück am Main – das hätte schon etwas.

Aber auch hier gilt: Eine schöne Rückkehrgeschichte ersetzt kein überzeugendes sportliches Konzept. Wir brauchen jemanden, der den Kader klug zusammenstellt, Transfers wirtschaftlich verantwortet und auch dann ruhig bleibt, wenn wir Fans nach zwei Niederlagen bereits sämtliche verfügbaren Stürmer Europas durchgehen.

Dass Spycher laut Schweizer Berichten nun Bedenkzeit möchte, lässt jedenfalls Raum für Hoffnung. Und für ungefähr 47 weitere Gerüchte bis zum Wochenende. Seine mögliche Rückkehr steht damit irgendwo zwischen ernsthafter Option und dem berühmten Transferstatus „Man hört da was“.

Hellmann und Beck dürfen sich gern gründlich entscheiden. Hauptsache, am Ende wird nicht der Kandidat verpflichtet, dessen Telefonnummer gerade am schnellsten erreichbar war.

Ich wünsche mir einen Nachfolger, der nach Frankfurt kommen will, Verantwortung übernimmt und eigene Ideen mitbringt. Krösches Arbeit lässt sich ohnehin nicht einfach kopieren wie eine alte Excel-Tabelle.

Bis dahin bleiben wir Eintracht-Fans entspannt. Also äußerlich. Innerlich haben wir Spycher selbstverständlich schon dreimal vorgestellt und seine erste Transferperiode geplant.

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