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Eine Skandal-Firma macht Schluss:

bernswaelz (CC0), Pixabay
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Der Schweizer Solarkonzern Meyer Burger hat am 1. September endgültig den Betrieb an seinen deutschen Standorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt eingestellt – ein Schritt, der nicht nur das Ende eines Industrieprojekts markiert, sondern auch das Scheitern eines Unternehmens, das sich lange als Zukunftsgarant der Energiewende inszenierte.

In Hohenstein-Ernstthal bei Chemnitz und in Bitterfeld-Wolfen ist es nun still geworden. Die Suche nach Investoren für die beiden Werke blieb ergebnislos. Laut der Insolvenzkanzlei Flöther & Wissing gibt es bislang keine Interessenten, die bereit wären, die Standorte zu übernehmen oder wenigstens Teile der Produktion zu retten.

Das Resultat ist verheerend:
Nahezu 500 Mitarbeitende – also ein Großteil der Belegschaft – wurden freigestellt oder direkt gekündigt. Menschen, die auf eine Zukunft im zukunftsträchtigen Photovoltaik-Sektor hofften, stehen jetzt mit leeren Händen da.

Vom Prestigeprojekt zur wirtschaftlichen Bruchlandung

Meyer Burger war einmal ein Leuchtturmprojekt für die europäische Solarindustrie. Millionen an öffentlichen Fördergeldern flossen in die Werke. Politisch wurde das Unternehmen als Vorzeigeobjekt der Energiewende „Made in Europe“ präsentiert.

Doch schon früh zeigten sich gravierende Managementfehler, strategische Irrwege und eine fatale Abhängigkeit von politischen Symbolversprechen statt marktfähiger Geschäftsmodelle.

Dass nun die Standorte sang- und klanglos geschlossen werden, ist ein Tiefpunkt – und nicht nur ein wirtschaftliches Versagen, sondern auch ein politischer Offenbarungseid.

Verantwortung? Fehlanzeige.

Weder das Unternehmen noch die Politik zeigen sich bereit, echte Verantwortung zu übernehmen. Es fehlt an Transparenz, an Zukunftsplänen, an sozialem Rückgrat.

Der Umgang mit der Belegschaft ist dabei besonders beschämend: Hunderte gut qualifizierte Arbeitskräfte verlieren nicht nur ihre Jobs, sondern auch ihr Vertrauen in eine Industrie, die sich gern als nachhaltig, fair und verantwortungsvoll präsentiert.

Fazit:

Meyer Burger steht am Ende einer langen Kette von Ankündigungen, Versprechen und PR-Botschaften, die sich nie mit der Realität deckten. Die Opfer dieses Skandals sind nicht die Vorstände oder Anteilseigner, sondern die Menschen, die geglaubt haben, mit ihrer Arbeit einen echten Beitrag zur Energiewende zu leisten.

Was bleibt, sind geschlossene Werkstore, gebrochene Karrieren – und der Eindruck, dass in der deutschen Solarindustrie mehr Schein als Sein regiert.

 

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