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Ein Winter voller Leid – Zivilbevölkerung in der Ukraine am Limit

Manuchi (CC0), Pixabay
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Vier Jahre nach Beginn des Krieges hat sich die Lage für die Menschen in der Ukraine noch einmal dramatisch verschärft. Hilfsorganisationen sprechen vom „härtesten Kriegswinter“, den die Bevölkerung bisher erlebt hat. Kälte, Dunkelheit und anhaltende Angriffe treffen ein Land, das ohnehin seit Jahren am Rande seiner Kräfte steht.

In vielen Städten fallen Heizung und Wasser aus, weil die Energieinfrastruktur gezielt angegriffen wird. Allein in Kiew sind derzeit rund 1.500 Wohnhäuser ohne Wärme – bei Temperaturen, die so niedrig sind wie seit Jahren nicht mehr. Millionen Menschen frieren in ihren Wohnungen, während draußen Generatoren an jeder Straßenecke brummen, um wenigstens notdürftig Strom zu liefern.

Mehr als zehn Millionen Menschen sind aktuell auf humanitäre Hilfe angewiesen. Hilfsorganisationen verteilen Heizgeräte, Generatoren, Lebensmittel und warme Mahlzeiten. Doch was am dringendsten gebraucht wird, ist Schutz – vor der Kälte und vor der ständigen Angst.

Denn längst ist kein Ort im Land mehr wirklich sicher. Drohnen und Raketen erreichen inzwischen auch Regionen weit entfernt von der Front. Die Zahl der zivilen Opfer ist im vergangenen Jahr stark gestiegen. Besonders in den Gebieten im Osten und Süden – in Donezk, Cherson, Saporischschja oder Sumy – ist das Leid kaum in Worte zu fassen. Dort leben Menschen zwischen Luftalarm, zerstörten Häusern und der Ungewissheit, ob sie den nächsten Tag erleben.

Besonders erschütternd ist die Situation der Kinder. Viele von ihnen verbringen ihre Nächte in Schutzräumen und werden tagsüber in unterirdischen Schulen unterrichtet. Einige können bereits am Geräusch unterscheiden, welche Waffe gerade angreift – ein Wissen, das kein Kind haben sollte. Sie sorgen sich um ihre Väter und Brüder an der Front, während ihre Eltern selbst traumatisiert und erschöpft sind.

Auch ältere Menschen trifft die Krise mit voller Härte. Viele können oder wollen ihre Heimat nicht verlassen. Mit kleinen Pensionen ist ein Neuanfang anderswo kaum möglich. Manche kehren sogar aus finanzieller Not in gefährliche Gebiete zurück.

Rund 3,7 Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. Allein aus der Region Donezk wurden im vergangenen Jahr über 115.000 Menschen vertrieben. Transitzentren bieten kurzfristig Schutz – doch langfristige Perspektiven fehlen vielerorts.

Trotz aller Not berichten Helferinnen und Helfer von einer bemerkenswerten Solidarität unter den Menschen. Doch nach vier Jahren Krieg sind Erschöpfung und Verzweiflung spürbar. Aus Schock ist Anpassung geworden – und aus Anpassung tiefe Müdigkeit.

Hilfsorganisationen wie UNHCR, Caritas und CARE appellieren eindringlich, die Unterstützung nicht abreißen zu lassen. Humanitäre Hilfe bedeutet nicht nur Wärme, Nahrung und medizinische Versorgung. Sie schenkt den Menschen auch ein Stück Sicherheit, Würde – und die Hoffnung, dass sie in diesem langen Winter nicht allein sind.

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