Während der Staub der Signa-Insolvenz noch nicht einmal richtig gesackt ist, dreht sich das Karussell der Besitzverschiebungen munter weiter – diesmal im feinen Ambiente des Wiener Edelrestaurants Fabios, wo man lieber Champagner schlürft als Fragen beantwortet. Die Laura Privatstiftung, Benkos persönlicher Geldbunker, hat ihre Anteile am Luxuslokal still und leise verkauft – an wen? Natürlich an den Chef persönlich, Fabio Giacobello, der damit nun fast 70 Prozent des Lokals kontrolliert.
Was wie eine harmlose Geschäftsentscheidung wirkt, hat bei näherem Hinsehen einen üblen Beigeschmack. 650.000 Euro hatte sich Benko persönlich kurz vor dem Zusammenbruch seines Milliardenimperiums aus der Tasche der Stiftung auf sein Privatkonto überweisen lassen – für eben jenen Anteil. Eine Stiftung, die eigentlich dem Wohl der Begünstigten verpflichtet sein sollte, agierte hier offenbar eher als diskrete Geldwaschanlage mit fein gedecktem Tisch.
Das Fabios, bisher bekannt für seinen Risotto mit Trüffelduft, entwickelt sich damit zur Bühne eines ganz eigenen Gourmet-Dramas, in dem sich ein Ex-Banker (Andreas Treichl), ein verstrickter Steuerberaterclan (TPA) und ein verschwiegener Bürgermeisterfreundeskreis die Gabel reichen. Man kennt sich, man hilft sich – die „Haute Cuisine der Vermögensverlagerung“.
Die Beteiligung der LIUBISA-Stiftung des verstorbenen TPA-Gründers Gerhard Nidetzky ist dabei mehr als ein Nebenschauplatz. TPA war über Jahre eng mit Signa verbandelt – Karin Fuhrmann, einst Starberaterin und Stiftungsvorständin in Benkos Reich, spielte an mehreren Schaltstellen eine Rolle. Dass sich jetzt einflussreiche Exponenten dieser Welt in einem Wiener Nobelrestaurant als stille Teilhaber wiederfinden, mutet wie ein schlechter Witz an – oder wie ein besonders teurer Business-Lunch.
Wieder einmal zeigt sich: Wenn es um Geld geht, wird Benko kreativ – besonders kurz vor dem Absturz. Während Gläubiger, Investoren und Mieter in den Trümmern der Signa-Gruppe nach Luft schnappen, sichert sich der einstige Immobilien-König weiter still Reserven – diesmal in Form von Gourmetbeteiligungen und verschleierten Transaktionen. Und das mit juristischer Präzision, notariell besiegelt.
Ein Hoch auf den Wiener Geldadel, der auch in der Krise weiß, wo der Hummer knackt und wo man das Filet serviert bekommt – möglichst diskret, möglichst steueroptimiert. Für alle anderen bleibt nur der Blick durchs Schaufenster. Bon appétit!
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