Was für ein Abend in Berlin! Am Ende gewinnt unsere Loksche mit 2:1 beim BFC Preussen – und ganz ehrlich: Die letzten Minuten haben vermutlich bei jedem Lok-Fan ein paar neue graue Haare hinterlassen.
Dabei sah es nach dem Führungstor von Ricky Bornschein zunächst richtig gut aus. Lok hatte das Spiel nach einer schwierigen Anfangsphase zunehmend im Griff und ging verdient mit einer knappen Führung in die Pause. Doch wer Lok kennt, weiß: Einfach kann jeder.
Kurz nach Wiederbeginn folgte der Schock. Ein eigentlich harmloser Ball rutschte Torhüter Naumann durch die Beine und plötzlich stand es 1:1. Ein bitterer Patzer, der das Spiel komplett hätte kippen können. Für einen Moment war die Berliner Hoffnung zurück – und bei uns Fans dürfte der Puls deutlich nach oben gegangen sein.
Doch die Antwort unserer Mannschaft war genau die richtige: keine langen Diskussionen, kein Hadern, sondern sofort wieder nach vorne. Nur eine Minute später flankte Tobias Dombrowa mustergültig an den zweiten Pfosten, wo Ayodele Adetula völlig frei stand und den Ball zum 2:1 einköpfte. Diese direkte Reaktion war stark und zeigte, dass sich die Mannschaft von einem Rückschlag nicht so leicht aus der Bahn werfen lässt.
Danach allerdings begann das große Zittern. Lok zog sich immer weiter zurück, Entlastungsangriffe wurden zur Seltenheit und der BFC warf alles nach vorne. Ein Eckball folgte auf den nächsten, und bei jeder Hereingabe hielt man automatisch den Atem an. Naumann machte seinen Fehler mit einer starken Parade gegen Häusl zumindest teilweise wieder gut und bewahrte Lok vor dem erneuten Ausgleich.
Trotzdem spielte unsere Mannschaft in der Schlussphase mit dem Feuer. Statt den entscheidenden Konter sauber auszuspielen, wurde der Ball immer wieder zu schnell verloren. Selbst in der Nachspielzeit bot sich noch die große Chance auf das 3:1, doch der Pass vor das leere Berliner Tor geriet zu lang.
Und dann kam tatsächlich noch diese letzte Flanke. Philipp Kühn stieg zum Kopfball hoch, der Ball flog über das Tor – und endlich war Schluss. Selten hat sich ein zu hoch angesetzter Kopfball so schön angefühlt.
Natürlich war nicht alles überzeugend. Lok hätte das Spiel früher entscheiden müssen und darf sich in der Schlussphase nicht derart tief in die eigene Hälfte drücken lassen. Gegen stärkere Gegner kann ein solches Verhalten schnell bestraft werden.
Aber heute zählt vor allem eines: drei Punkte! Auswärts gewonnen, nach dem Ausgleich sofort zurückgeschlagen und die hektische Schlussphase irgendwie überstanden. Solche Spiele muss man eben auch erst einmal gewinnen.
Es war kein souveräner Spaziergang, sondern ein hart erkämpfter Erfolg mit reichlich Nervenkitzel. Doch genau deshalb fühlt sich dieser Sieg am Ende vielleicht sogar noch ein bisschen besser an.
Auswärtssieg, drei Punkte und endlich durchatmen. Nur Lok!
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