Startseite Allgemeines Drogen bei Hunden: Experten warnen vor unterschätzter Gefahr
Allgemeines

Drogen bei Hunden: Experten warnen vor unterschätzter Gefahr

a-mblomma (CC0), Pixabay
Teilen

Ein ungewöhnlicher medizinischer Notfall in den USA hat Tierärzte alarmiert: Ein Chihuahua musste nach dem Konsum von Kokain notfallmedizinisch behandelt werden. Der Fall zeigt, wie groß die Gefahr für Hunde ist, versehentlich mit Drogen in Kontakt zu kommen – und wie schwierig es für Tierärzte sein kann, entsprechende Symptome richtig zu deuten.

Ein Chihuahua mit ungewöhnlichen Symptomen

Der zweijährige Chihuahua, der nur 5,5 Kilogramm wiegt, wurde im US-Bundesstaat North Carolina in eine Tierklinik gebracht. Laut den behandelnden Ärzten war er apathisch, reagierte nicht auf Ansprache, sein Blick war trüb und die Zunge hing schlaff aus dem Maul. Erste Untersuchungen ergaben eine ungewöhnlich langsame Herzfrequenz sowie deutliche Herzrhythmusstörungen.

Die Symptome waren für die Tierärzte nur schwer einzuordnen. Der Hund wurde in die Universitätsklinik in Raleigh überwiesen – und dort besserte sich sein Zustand überraschend schnell. Innerhalb von zwei Stunden war er wieder wach, aufmerksam und ansprechbar. Auffällig blieben nur die stark geweiteten Pupillen.

Kokain im Urin nachgewiesen

Dieser Verlauf brachte die behandelnden Veterinäre auf die Idee, einen Drogentest durchzuführen. Das Ergebnis war eindeutig: Im Urin des Hundes wurde Kokain nachgewiesen. Damit konnte die Ursache für die Herzprobleme eindeutig belegt werden.

Das Behandlungsteam um den Veterinärkardiologen Jake Johnson von der North Carolina State University veröffentlichte den Fall nun im Fachjournal Frontiers in Veterinary Science. Die Studie macht deutlich, dass Hunde auf Drogen wie Kokain anders reagieren können als Menschen. Während beim Menschen Kokain typischerweise zu einer Beschleunigung des Herzschlags führt, löste es bei dem Chihuahua das Gegenteil aus – eine deutliche Verlangsamung. Die Forscher gehen davon aus, dass dies mit der eingenommenen Dosis zusammenhängt.

Warnung vor unterschätzter Gefahr

Die Tierärzte betonen, dass Hunde aufgrund ihres natürlichen Verhaltens als „Aasfresser“ besonders gefährdet sind. Sie beschnüffeln und verschlucken Gegenstände oder Substanzen, ohne dass Halter dies sofort bemerken. Da bisher kaum veterinärmedizinische Studien zu Drogeneinflüssen auf Tiere vorliegen, ist die Diagnose im Ernstfall oft schwierig.

Der Fall soll daher vor allem eines zeigen: Hundehalter müssen wachsam sein, insbesondere in Gegenden, in denen Drogenkonsum verbreitet ist. Bereits kleinste Mengen können bei Tieren lebensgefährlich wirken.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Neue „Wasser-Mauer“ im Rio Grande: Trump-Administration errichtet schwimmende Grenzbarriere

An der Grenze zwischen den USA und Mexiko entsteht derzeit eine neue...

Allgemeines

Ex-Ehemann von Jill Biden wegen Mordes an Ehefrau angeklagt

William „Bill“ Stevenson (77), der Ex-Ehemann der heutigen First Lady Jill Biden,...

Allgemeines

Cracker Barrel wehrt sich gegen Vorwürfe: Essenspolitik für Mitarbeitende kein Zwang

Die Restaurantkette Cracker Barrel hat sich gegen kursierende Medienberichte gewehrt, wonach Mitarbeitende...

Allgemeines

Trump fordert „Nationalisierung“ von Wahlen und greift Kompetenzen der Bundesstaaten an

US‑Präsident Donald Trump hat gefordert, den Wahlprozess in den Vereinigten Staaten zu...