Es gehört in den USA fast schon zur guten Tradition:
Kaum ist ein Präsident aus dem Amt, schreibt er ein Buch.
Barack Obama schrieb über Hoffnung, Verantwortung und Demokratie.
George W. Bush über Entscheidungen, Krisen und Führungsstärke.
Bill Clinton über sein politisches Leben.
Und Donald Trump?
Nun, aus gut unterrichteten Kreisen in Mar-a-Lago hört man, dass auch er bereits an seinen Memoiren arbeiten soll.
Arbeitstitel:
„Wie zerstöre ich eine Weltmacht – Mein persönlicher Leitfaden für Anfänger“
Ein Werk zwischen Größenwahn, Golfplatz und geopolitischem Flurschaden
Insider berichten, das Buch soll in mehrere Kapitel gegliedert sein – alle sorgfältig abgestimmt auf Trumps bewährtes Erfolgsmodell:
maximaler Lärm, minimale Strategie, weltweite Nebenwirkungen.
Kapitel 1:
„Freunde verprellen leicht gemacht“
Warum langjährige Bündnisse völlig überschätzt werden und man NATO-Partner am besten behandelt wie säumige Club-Mitglieder im Golfresort.
Kapitel 2:
„Handelskrieg für Dummies“
Wie man Zölle so oft verhängt, bis selbst die eigene Wirtschaft nicht mehr weiß, ob sie gerade geschützt oder erschossen wird.
Kapitel 3:
„Wenn Diktatoren plötzlich sympathisch wirken“
Ein persönlicher Ratgeber darüber, warum Autokraten oft „starke Männer“ sind – und demokratische Verbündete vor allem nervige Fragesteller.
Kapitel 4:
„Außenpolitik per Bauchgefühl und Social Media“
Warum Diplomatie nur etwas für Schwächlinge ist und internationale Krisen sich viel stilvoller mit einem nächtlichen Wutanfall auf Truth Social anheizen lassen.
Kapitel 5:
„Inflation, Chaos, Spaltung – der amerikanische Dreiklang“
Ein praktischer Leitfaden, wie man ein ohnehin nervöses Land noch ein wenig mehr in einen hysterischen Selbstversuch verwandelt.
Sonderkapitel: „Wie man aus Verbündeten Kunden macht – und aus Kunden Feinde“
Besonders stolz soll Trump auf ein Kapitel sein, das sich mit Europa befasst.
Darin erklärt er angeblich, warum die USA jahrzehntelang glaubten, die NATO sei ein Sicherheitsbündnis –
während er sie eher als eine Art schlecht geführtes Fitnessstudio mit säumigen Mitgliedsbeiträgen versteht.
Ein Vorabzitat soll lauten:
„Wenn Europa sich selbst verteidigen will, ist das großartig. Aber bitte weiter amerikanische Waffen kaufen. Patriotismus hat schließlich auch Exportziele.“
Branchenkenner vermuten allerdings, dass dieses Kapitel in Europa eher unter dem Titel gelesen wird:
„Wie man 500 Millionen Europäer motiviert, plötzlich über eigene Verteidigung nachzudenken“
Gerüchte über weitere Kapitel verdichten sich
Laut ersten Leaks könnten auch diese Kapitel enthalten sein:
„Die Kunst des Rückzugs – aus allem“
Vom Klimaabkommen bis zur internationalen Glaubwürdigkeit.
„Warum Experten überbewertet sind“
Ein Manifest gegen Wissenschaft, Diplomatie, Vernunft und vollständige Sätze.
„Weltpolitik wie ein Immobilien-Deal“
Wenn man glaubt, dass man den Nahen Osten ungefähr so regeln kann wie ein Casino in Atlantic City.
Spoiler: endet ähnlich.
„Truth Social statt Wahrheit“
Warum Fakten nur hinderlich sind, wenn man bereits über genügend Großbuchstaben verfügt.
Verlag plant Sonderedition mit Krisenkarte
Besonders beliebt dürfte die Collector’s Edition werden.
Sie enthält:
- eine Weltkarte mit allen Regionen, die nach Trumps Aussagen „sehr bald fantastisch laufen“ sollten,
- ein NATO-Austrittsformular zum Ausmalen,
- einen goldenen Filzstift,
- und einen Notfall-Kompass, der allerdings ausschließlich nach Mar-a-Lago zeigt.
Die Deluxe-Version soll zusätzlich eine interaktive App enthalten:
„Geopolitical Damage Simulator“
Ein Strategiespiel, bei dem man Bündnisse kündigt, Märkte erschreckt und gleichzeitig behauptet, alles laufe „better than ever before“.
Hollywood interessiert – Arbeitstitel für die Verfilmung steht schon
Natürlich hat Hollywood längst Interesse signalisiert.
Die Verfilmung könnte den Titel tragen:
„Mission Improbable: Der Mann, der dachte, die Welt sei ein Franchise“
Im Gespräch für die Hauptrolle ist – wenig überraschend – wieder jemand, der sehr überzeugend gleichzeitig ernst schauen und kompletten Unsinn sagen kann.
Kommentar
Was frühere Präsidenten als Vermächtnis hinterlassen wollten, könnte Trump als Gebrauchsanweisung veröffentlichen:
Wie man aus einer Supermacht einen nervösen Großkonzern mit Atomwaffen macht, Verbündete wie Bittsteller behandelt und aus jeder Krise zuerst eine PR-Show, dann ein Problem und am Ende eine Schuldzuweisung bastelt.
Natürlich bleibt zu hoffen, dass das Buch reine Satire bleibt.
Wobei – wenn man ehrlich ist:
Die Realität war ja oft schon deutlich absurder als jede Satire.
Schlusswort
Ob Donald Trump wirklich ein Buch schreibt, ist offen.
Aber falls ja, wäre ein Titel wohl ehrlicher als viele Reden der letzten Jahre:
„Wie zerstöre ich eine Weltmacht – und erkläre es anschließend zum größten Erfolg aller Zeiten“
Und das Vorwort?
Wahrscheinlich nur ein Satz:
„Niemand hat eine Weltmacht jemals besser ruiniert als ich. Viele sagen das.“
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