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Donald Trump erklärt, sieben Kriege beendet zu haben – Experten zweifeln an Wahrheitsgehalt

PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
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US-Präsident Donald Trump hat erneut für Aufsehen gesorgt. In einer Rede vor der UN-Vollversammlung in New York erklärte er, innerhalb von nur sieben Monaten sieben „unendliche Kriege“ beendet zu haben. „Sie sagten, es sei unmöglich – aber ich habe sieben Kriege beendet“, so Trump in seiner Rede, in der er sich als „Friedensstifter“ und Garant globaler Stabilität präsentierte.

Doch die Realität hinter dieser Behauptung ist deutlich komplexer – und laut zahlreichen Faktenprüfungen weit weniger spektakulär, als Trump es darstellt.

Zweifel an Trumps „Friedensbilanz“

Wie unter anderem die Nachrichtenagentur AP, das Magazin Politifact und die New York Times berichten, sind viele der angeblichen „beendeten Kriege“ keine echten Kriege im klassischen Sinne gewesen. Einige davon waren begrenzte Grenzkonflikte oder diplomatische Spannungen, andere bereits seit Jahren eingefrorene Krisenherde.

Zu den von Trump genannten Fällen zählen unter anderem:

  • ein kurzzeitiger Schlagabtausch zwischen Israel und Iran,

  • Spannungen zwischen Indien und Pakistan,

  • Auseinandersetzungen zwischen Kambodscha und Thailand,

  • sowie Konflikte in Afrika, etwa zwischen Kongo und Ruanda.

In mehreren dieser Regionen kam es zwar zu temporären Waffenstillständen oder Vermittlungsversuchen, doch internationale Beobachter betonen, dass diese nicht auf direkte US-Initiativen zurückzuführen seien.

Kritik von Experten

Faktenchecker von Politifact bewerteten Trumps Aussage als „größtenteils falsch“. Zwar habe seine Regierung in einigen Fällen diplomatische Kontakte genutzt, um Spannungen zu entschärfen – doch von einer tatsächlichen Beendigung bewaffneter Konflikte könne keine Rede sein.

Auch der Politikwissenschaftler Dr. James Holloway von der Georgetown University erklärt:

„Trump benutzt den Begriff ‚Krieg‘ sehr frei. In vielen Fällen handelt es sich um lokale Konflikte oder Verhandlungsergebnisse, an denen die USA nur am Rande beteiligt waren.“

Andere Experten vermuten hinter Trumps Aussagen vor allem innenpolitische Motive. Mit Blick auf die anstehenden US-Präsidentschaftswahlen 2026 wolle er sich als „Mann des Friedens“ positionieren – ein Kontrast zu seiner oft konfrontativen Außenrhetorik.

Widersprüchliche Bilanz

Während Trump international auf Friedensmission macht, wird seine Amtszeit im Inland von politischen Konflikten, Polarisierung und rechtlichen Auseinandersetzungen begleitet. Kritiker sprechen von einer „Friedensrhetorik im Ausland und einem Kulturkampf im eigenen Land“.

Auch in der Außenpolitik ist die Bilanz gemischt: Zwar zog Trump mehrere US-Truppen aus Krisengebieten ab, darunter Syrien und Afghanistan, doch viele dieser Entscheidungen wurden von Militärstrategen als überhastet und unkoordiniert kritisiert.

Fazit

Trumps Behauptung, sieben Kriege beendet zu haben, reiht sich ein in eine Serie von politischen Übertreibungen. Zwar bemüht sich seine Regierung um Deeskalation in einzelnen Konflikten, doch die Darstellung einer globalen Friedensoffensive hält einer faktischen Überprüfung nicht stand.

Fazit aus Expertensicht:
Trumps Worte klingen groß – doch die Wirklichkeit bleibt weit hinter seinen Aussagen zurück. Die meisten der angeblich beendeten Kriege schwelen weiter, teils unverändert, teils in neuer Form. Der selbsternannte „Friedenspräsident“ hat vor allem eines bewiesen: Er beherrscht die Kunst der politischen Inszenierung.

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