Australien könnte bald noch strenger gegen die Nutzung sozialer Medien durch Minderjährige vorgehen. Nach bereits verhängten Beschränkungen für Netzwerke wie Facebook, TikTok, Snapchat und YouTube droht nun auch weiteren 16 Plattformen ein Nutzungsverbot für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren – darunter der Messengerdienst WhatsApp, das Forum Reddit sowie die Videospielplattform Roblox.
Aufforderung zur Selbstbewertung
Die australische Beauftragte für Onlinesicherheit, Julia Inman Grant, forderte die betroffenen Plattformen auf, sich einer Selbstbewertung zu unterziehen und darzulegen, warum sie ihrer Ansicht nach von einem Verbot ausgenommen werden sollten. „Wir müssen sie alle anhören“, sagte sie im Sender ABC, räumte aber zugleich ein, dass einige Fälle „ziemlich eindeutig“ seien.
Gesetzliche Grundlage
Australien gilt international als Vorreiter in der Regulierung des Internets. Bereits Ende 2024 hatte das Parlament ein Gesetz verabschiedet, das Minderjährigen unter 16 Jahren den Zugang zu bestimmten Onlinenetzwerken untersagt. Ziel ist es, junge Nutzerinnen und Nutzer besser vor Cybermobbing, sexueller Ausbeutung, Suchtgefahren und Desinformation zu schützen.
Bisherige Umsetzung
Bislang wurde das Verbot bei den großen internationalen Plattformen wie Facebook, TikTok, Snapchat und YouTube umgesetzt. Allerdings war zunächst unklar, wie die Alterskontrollen in der Praxis ausgestaltet werden sollten. Kritiker hatten bemängelt, dass ohne einheitliche technische Lösungen Schlupflöcher bestehen und die Wirksamkeit der Maßnahmen begrenzt bleibt.
Internationale Signalwirkung
Mit der Ausweitung des Verbots auf weitere Plattformen verschärft Australien den Druck auf die Tech-Industrie. Das Land gilt damit als Testfall für striktere Altersregelungen im Netz, die auch in Europa und den USA immer wieder diskutiert werden. Unternehmen befürchten, dass ähnliche Maßnahmen weltweit Schule machen könnten.
Ausblick
Sollten WhatsApp, Reddit, Roblox und weitere Dienste die Behörden nicht überzeugen, könnte ihnen in den kommenden Monaten das Verbot für Nutzerinnen und Nutzer unter 16 Jahren drohen. Die Entscheidung dürfte weitreichende Folgen haben – nicht nur für die Jugendlichen in Australien, sondern auch für die globale Debatte über den Schutz junger Menschen im digitalen Raum.
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