Startseite Allgemeines Die USA haben einen Krieg begonnen – doch die wirtschaftlichen Folgen werden vor allem jene Länder tragen, die nie darum gebeten haben.
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Die USA haben einen Krieg begonnen – doch die wirtschaftlichen Folgen werden vor allem jene Länder tragen, die nie darum gebeten haben.

geralt (CC0), Pixabay
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Der Konflikt mit dem Iran wirkt aus ökonomischer Sicht wie ein sogenannter „Black Swan“: ein unerwartetes Ereignis mit massiven globalen Auswirkungen, dem sich kaum jemand entziehen kann. Während im Nahen Osten militärische Auseinandersetzungen stattfinden und bereits zahlreiche zivile Opfer zu beklagen sind, breitet sich gleichzeitig ein wirtschaftliches Beben über den gesamten Globus aus.

„In dieser Situation gibt es keine Gewinner“, sagt der Ökonom Josh Lipsky.

Besonders deutlich zeigt sich das am Energiemarkt. Nachdem Iran als Reaktion auf israelische Angriffe wichtige Gasinfrastruktur in Katar ins Visier nahm, sind die Preise für Erdgas stark gestiegen. Die Folgen sind bereits spürbar: Pakistan schließt Schulen, Indien rationiert Gas für die Industrie, und in einzelnen Städten kommt es sogar zu Einschränkungen bei grundlegenden Dienstleistungen wie Krematorien.

Obwohl die USA gemeinsam mit Israel den Krieg begonnen haben, dürfte die amerikanische Wirtschaft vergleichsweise glimpflich davonkommen. Grund dafür ist vor allem die starke eigene Energieproduktion. Durch Fracking und eine teilweise Abkehr von fossilen Energieträgern verfügt die US-Wirtschaft über einen gewissen Puffer gegenüber solchen Preisschocks.

Ganz ohne Folgen bleibt aber auch das nicht. Steigende Energiepreise belasten Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen. Dennoch sehen Ökonomen aktuell keine unmittelbare Rezessionsgefahr für die USA.

Ganz anders stellt sich die Lage in Asien dar. Dort sind die Auswirkungen deutlich drastischer. Südkorea hat erstmals seit Jahrzehnten Preisdeckel für Treibstoffe eingeführt. Pakistan kürzt Staatsgehälter, Thailand schickt Beamte ins Homeoffice, und auf den Philippinen wurde die Arbeitswoche verkürzt. In Bangladesch stehen Menschen stundenlang an, um überhaupt noch Kraftstoff zu bekommen, während die Industrie unter massiven Einschränkungen leidet.

China scheint etwas besser vorbereitet zu sein. Das Land setzt weiterhin stark auf Kohle, baut aber gleichzeitig erneuerbare Energien und Elektromobilität aus. Zudem verfügt es über große Ölreserven. Diese Kombination könnte China sogar einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, während andere Volkswirtschaften unter steigenden Kosten leiden.

In Europa weckt die aktuelle Entwicklung unangenehme Erinnerungen. Bereits nach dem Ukraine-Krieg mussten viele Länder ihre Energieversorgung neu ausrichten und sich stärker vom Nahen Osten abhängig machen. Nun führt genau diese Abhängigkeit erneut zu Problemen.

Die Gaspreise in Europa sind seit Beginn des Konflikts stark gestiegen. Flüssiggas aus Katar fällt teilweise aus, während Lieferungen nach Asien umgeleitet werden, weil dort höhere Preise gezahlt werden. Für europäische Verbraucher bedeutet das: steigende Kosten und wachsende Unsicherheit.

Ökonomen warnen, dass die Inflation in der EU deutlich anziehen könnte, während gleichzeitig das Wirtschaftswachstum gebremst wird.

Selbst die USA können sich der globalen Dynamik nicht vollständig entziehen. Trotz eigener Energieproduktion sind sie in bestimmten Bereichen weiterhin auf Importe angewiesen. Entsprechend sind auch dort die Benzinpreise zuletzt deutlich gestiegen.

Am Ende zeigt sich: In einer globalisierten Wirtschaft gibt es kein echtes Entkommen. Ein regionaler Konflikt kann weltweite Auswirkungen haben – und trifft oft jene am härtesten, die am wenigsten Einfluss darauf haben.

Der aktuelle Krieg ist deshalb nicht nur ein militärischer Konflikt, sondern auch ein globaler ökonomischer Belastungstest – mit offenem Ausgang.

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