Mehr als 100.000 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter am Samstag in Deutschland demonstriert. Die Protestbewegung „Gen Z regelt“ fordert bessere Bildung, bezahlbares Wohnen, mehr soziale Gerechtigkeit und eine andere politische Schwerpunktsetzung. Doch am Abend eskalierte die Situation in mehreren Großstädten.
In mehr als 30 deutschen Städten gingen überwiegend junge Menschen auf die Straße. Ihre Botschaft an die Bundesregierung: Die Sorgen der jüngeren Generation dürfen nicht länger übergangen werden.
Im Mittelpunkt standen steigende Lebenshaltungskosten, mangelnde Investitionen in Schulen, soziale Ungleichheit und die Ablehnung einer möglichen Wehrpflicht.
Während zahlreiche Demonstrationen friedlich verliefen, kam es insbesondere in Frankfurt, Berlin, Köln und Hamburg zu schweren Ausschreitungen.
In Frankfurt wurden Geschäfte beschädigt und geplündert. Einsatzkräfte wurden mit Gegenständen angegriffen. Auch in Köln und Hamburg setzte die Polizei Wasserwerfer ein.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verfolgte die Entwicklung gemeinsam mit führenden Sicherheitsbeamten. Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass gewaltbereite Gruppen versuchten, die Proteste für eigene Zwecke zu nutzen.
Die politische Herausforderung reicht allerdings weit über die Ausschreitungen hinaus.
Die Bundesregierung muss sich mit der Frage beschäftigen, warum sich offenbar zahlreiche junge Menschen wirtschaftlich und gesellschaftlich nicht ausreichend vertreten fühlen.
Gleichzeitig darf das grundgesetzlich geschützte Demonstrationsrecht nicht mit einem Freibrief für Gewalt verwechselt werden.
Die kommenden Tage dürften deshalb von zwei Diskussionen geprägt sein: Wie lassen sich gewaltsame Ausschreitungen verhindern, und welche konkreten politischen Antworten erhalten die friedlichen Demonstranten?
Die Protestbewegung hat bereits weitere Aktionen für den 20. November angekündigt.
Damit dürfte der politische Druck nicht kurzfristig verschwinden.
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