Startseite Allgemeines Deutschland droht der Hausarzt-Kollaps: Westen steuert bis 2040 auf Ostniveau zu
Allgemeines

Deutschland droht der Hausarzt-Kollaps: Westen steuert bis 2040 auf Ostniveau zu

granderboy (CC0), Pixabay
Teilen

Der Hausärztemangel in Deutschland wird sich nach einer neuen Prognose in den kommenden Jahren deutlich verschärfen. Eine Studie des Barmer-Instituts für Gesundheitsforschung in Kooperation mit der Bertelsmann-Stiftung zeigt, dass sich die derzeit noch bessere Versorgung in Westdeutschland zunehmend dem bereits angespannten Niveau der ostdeutschen Bundesländer angleichen wird.

Bis zum Jahr 2040 rechnen die Studienautoren mit einem Rückgang von rund 1.300 Hausärztinnen und Hausärzten im bundesweiten Vergleich. Während der Osten bereits heute mit einer älteren Bevölkerung und einem hohen Anteil pensionsnaher Mediziner zu kämpfen hat, steht diese Entwicklung dem Westen erst noch bevor.

Demografischer Wandel als Hauptursache

Laut der Untersuchung ist der demografische Wandel die zentrale Ursache für den absehbaren Mangel. Auf der einen Seite steigt die Zahl der älteren Menschen, die medizinische Betreuung benötigen, während auf der anderen Seite viele Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand treten.

Besonders in ländlichen Regionen wird der Versorgungsengpass spürbar werden. Schon jetzt fällt es dort schwer, Nachfolger für Arztpraxen zu finden. Im Westen Deutschlands könnte die Situation bis 2040 vergleichbar angespannt sein wie heute in Teilen von Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Mecklenburg-Vorpommern.

Regionale Unterschiede schrumpfen – auf niedrigem Niveau

Die Forscher erwarten, dass die bisherigen Unterschiede zwischen Ost und West nicht durch Verbesserung, sondern durch eine Verschlechterung im Westen abgebaut werden. Damit droht langfristig eine flächendeckende Unterversorgung.

Die Studie unterstreicht, dass der ärztliche Nachwuchs trotz steigender Studienplatzkapazitäten nicht ausreichen wird, um die altersbedingten Abgänge zu kompensieren.

Handlungsbedarf für Politik und Gesundheitssystem

Die Autoren fordern gezielte Gegenmaßnahmen, um die hausärztliche Versorgung langfristig zu sichern. Dazu gehören:

  • bessere Arbeitsbedingungen und flexiblere Modelle für Ärztinnen und Ärzte,

  • Förderprogramme für ländliche Regionen,

  • sowie digitale Lösungen zur Entlastung der Praxen.

Auch neue Versorgungsformen, etwa durch Arztassistenzen oder Gemeinschaftspraxen, könnten helfen, den Rückgang teilweise aufzufangen.

Fazit

Der Ärztemangel ist kein rein ostdeutsches Phänomen mehr – er wird in den kommenden Jahren bundesweit spürbar. Ohne frühzeitige Gegenmaßnahmen droht insbesondere der Westen, in eine vergleichbare Unterversorgung zu geraten wie sie im Osten bereits Realität ist.
Die Studie macht deutlich: Deutschland braucht dringend mehr Hausärzte, attraktivere Rahmenbedingungen und eine strategische Planung, um die medizinische Grundversorgung auch in Zukunft zu sichern.

Kommentar hinterlassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Ähnliche Beiträge
Allgemeines

Bayer verklagt Impfstoffhersteller: Monsanto will mRNA zurück – für die Pflanzen!

Ba Der deutsche Chemie- und Agrarriese Bayer hat die Nase voll –...

Allgemeines

Kolumbien kündigt Widerstand gegen mögliche US-Invasion an

Kolumbiens Außenministerin Rosa Villavicencio hat klargestellt, dass das kolumbianische Militär im Falle...

Allgemeines

Trump wirft Venezuela Öl-Diebstahl vor – ein Blick auf die Realität zeigt das Trump lügt

Nach dem umstrittenen US-Militäreinsatz zur Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro behauptete...

Allgemeines

Krise in Venezuela: US-Militäreinsatz sorgt international für Spannungen

Nach der umstrittenen Festnahme von Venezuelas Ex-Präsident Nicolás Maduro durch US-Truppen am...