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Der wohl dreisteste Auto-Deal der Geschichte – oder: Wie 1.000 Volvos auf mysteriöse Weise in Pjöngjang verschwanden

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Es war einmal im Jahr 1973, als Schweden dachte: „Hey, warum nicht ein bisschen Diplomatie mit Nordkorea? Was soll schon schiefgehen?“ Und so eröffnete Stockholm als erstes westliches Land eine Botschaft in Pjöngjang – mit Hoffnung im Herzen und 1.000 Volvo-Limousinen im Gepäck.

Was folgte, war kein klassischer Exporterfolg, sondern eher ein globaler Autoverlust mit Ansage.

Denn Nordkorea bestellte zwar brav die 1.000 Volvos vom Typ 144 – ein robuster, schwedenstahlverkleideter Klassiker – aber bezahlte nie einen einzigen Öre dafür. Nada. Nichts. Null.

Die Sowjets nannten das Ganze damals sehr treffend den „größten Autodiebstahl der Geschichte“, und Schweden schickt seither höflich, aber beharrlich Mahnungen nach Pjöngjang. Seit 50 Jahren. Eine Art staatlich subventionierter Ghosting-Marathon.

🚕 „Der Volvo, das Arbeitstier von Pjöngjang“

Trotz der unbezahlten Rechnung tuckern heute noch einige dieser Oldtimer durch Nordkoreas Hauptstadt. Nicht etwa als Museumsstücke, sondern im harten Alltagseinsatz – meist als Taxis. Wahrscheinlich die einzigen Fahrzeuge weltweit, bei denen der Taxameter langsamer läuft als der Motor.

Einige Volvos haben laut schwedischer Botschaft schon über 500.000 Kilometer auf dem Tacho – das entspricht etwa 12 Erdumrundungen. Wahrscheinlich denken sich die Nordkoreaner: „Solange die Karre läuft, ignorieren wir die Mahnung!“

🧾 Mahnung Nr. 4973 – „Hej Kim, noch immer nix überwiesen…“

Die schwedische Exportkreditagentur hat bis heute Hoffnung – zumindest auf korrekte Buchführung. Die Forderung beträgt inzwischen rund 298 Millionen Euro – Zinsen sei Dank. Mal kommen Mahnungen alle sechs Monate, mal gar nicht. Vielleicht auch, weil irgendwann jemand bei der Post in Pjöngjang fragt: „Schon wieder Schweden? Schon wieder Volvo?

💬 Nordkorea: „Die sind nur verliehen… auf sehr, sehr lange Sicht.“

Offizielle Stellungnahmen aus Nordkorea? Keine. Wobei wir uns gut vorstellen können, dass intern jemand sagt:
„Diese Volvos sind kein Diebesgut – sie befinden sich lediglich in einem besonders extensiven Testzeitraum.“

Und irgendwie kann man es ihnen nicht verübeln. Immerhin sind die Fahrzeuge auch nach 50 Jahren noch in Schuss – was viele heutige Autos nicht von sich behaupten können.

🧩 Fazit:

Volvo 144 – das Auto, das Kriege, Diktaturen und 50 Jahre Mahnwesen überlebt.
Und Schweden? Die bleiben höflich. Man stelle sich vor, in Deutschland hätte jemand 1.000 Autos nicht bezahlt. Spätestens nach dem dritten Mahnbescheid hätte jemand aus dem Bundesverkehrsministerium persönlich an der Grenze gestanden – mit einem Abschleppwagen.

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