Gute Nachrichten aus der Ostsee – mit einem kleinen Augenzwinkern: Der Buckelwal, der zuletzt in der Wismarbucht festsaß, hat sich erneut selbst befreit. Man könnte fast meinen, er mache Urlaub mit regelmäßigem Strandkontakt.
Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage war der 12 bis 15 Meter lange Meeressäuger auf einer Sandbank gestrandet – und hat sich nun wieder aus eigener Kraft ins tiefere Wasser zurückgekämpft. Möglich machte das der steigende Wasserstand am späten Abend. Begleitet wird der Wal derzeit von der Wasserschutzpolizei, die versucht, ihn im Blick zu behalten – vermutlich mit der stillen Hoffnung, dass er diesmal nicht gleich wieder „anlegt“.
Dabei hatte alles schon wie ein kleines Drama mit Happy End begonnen: Nach tagelangen Rettungsversuchen vor Timmendorfer Strand hatte sich der Wal zunächst spektakulär selbst befreit – mithilfe einer eigens ausgebaggerten Rinne. Doch statt direkt den Ausgang Richtung Nordsee zu nehmen, zog es ihn weiter an der Küste entlang… und prompt auf die nächste Sandbank.
Die Experten bleiben dennoch erstaunlich gelassen. „Am besten ist es, den Wal in Ruhe zu lassen“, sagte Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Offenbar verfolgt man die Strategie: Der Wal hat das jetzt schon zweimal geschafft – der kriegt das auch ein drittes Mal hin.
Ganz entspannt ist die Lage allerdings nicht. Die Ostsee ist für Großwale wie ihn eigentlich kein ideales Revier: zu flach, zu wenig Nahrung und ökologisch ohnehin angeschlagen. Dazu kommt, dass sich seine Haut offenbar verschlechtert hat und er zuvor bereits Probleme mit Fischernetzen hatte – also kein klassischer Wellnessurlaub.
Warum er überhaupt hier ist? Vermutlich ist er einem Fischschwarm gefolgt oder hat sich schlicht verirrt. Auch Unterwasserlärm könnte ihn vom Kurs abgebracht haben.
Immerhin: Immer wieder schaffen es solche „verirrten Gäste“, nach einiger Zeit den Weg zurück in die Nordsee zu finden. Bleibt zu hoffen, dass unser Ostsee-Wal bald genug hat von seinem spontanen Strandhopping – und sich endgültig für tiefes Wasser entscheidet.
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