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Der Royal-Mail-Skandal: Ein „Fiktion“ im Dienst der Post

PublicDomainPictures (CC0), Pixabay
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Seit 1999 gab es in der britischen Post die „neue“ Software Horizon, die wie ein strenger Aufseher im Hintergrund alles beaufsichtigte – und wie sich nun herausstellt, auch aus Spaß einfach mal das Gegenteil von der Wahrheit behauptete. Diese glänzende Erfindung von Fujitsu brachte eine grandiose Kettenreaktion ins Rollen: Falsche Vorwürfe gegen tausende Postangestellte und -angestellte, die für die britische Post gearbeitet haben. Und das Ganze? Ein einziges, riesiges Missverständnis, das eher einer „Doku-Soap“ als einer echten Arbeitserleichterung gleicht. Horizon, so wurde uns weisgemacht, sollte den Kauf von Briefmarken sicherstellen. Stattdessen brachte es den Fall der Welt für eine ganze Belegschaft.

Am Dienstag wurde nun der erste Zwischenbericht zum Thema veröffentlicht, und was haben wir gelernt? Zehntausende Leben wurden zerschmettert, über 1.000 Postmitarbeiter strafrechtlich verfolgt, 13 Menschen haben sich das Leben genommen und mehr als 59 sprechen von Selbstmordgedanken. Willkommen bei der Welt von Horizon – wo jede Zahl eine Katastrophe ist.

Bürokratische Feindseligkeit – Royal Mail als unbelehrbare Divas

Und wer kann sich wirklich darüber wundern? Eine Firma, die ihre Fehler mit einer „unnötig feindseligen Haltung“ bearbeitet, wie der Bericht herausstellt, hat offensichtlich nichts anderes zu tun, als ihre Mitarbeiter im Regen stehen zu lassen. Man könnte meinen, dass Royal Mail vor den Anträgen auf Entschädigung wirklich so tut, als hätte sie nie etwas von der Existenz eines „Post-Systems“ gehört. 10.000 Anträge und was passiert? Die Antwort lautet – „Ja, aber bitte nicht sofort, und noch mal bitte geduldig warten“ – Ein Vorgehen, das wir eher von einem schlechten Kundenservice, nicht aber von einer Post erwarten würden.

Schuldige Unschuldige, unschuldig Schuldige: Die Post als Dramaturg des Unrechts

Am meisten amüsieren uns die ewigen Versuche der Post, sich aus der Sache rauszuwinden, indem sie schlichtweg an „der Fiktion“ festhält, dass ihre Daten immer korrekt waren. Wie der Pensionierte Richter und Vorsitzende der laufenden Untersuchung, Wyn Williams, feststellt, wurde bei der Post immer wieder mit aller Kraft an der Unschuld der Software festgehalten. Es sei nicht die Software, sondern die Postmitarbeiter, die unterschlagen haben. Aber mal ehrlich – welche Software hätte das bitte schön von sich gegeben? „Also, diese Leute sind schuld, und ich werde einfach so tun, als hätte ich nie Fehler gemacht“ – ein Plan für die Ewigkeit, oder?

Die Post geht an die Serie: Ein Skandal auf der Couch

Doch der wahre Durchbruch kam erst, als „Mr Bates vs The Post Office“ auf ITV lief. Es ist, als ob der Skandal endlich zu seiner eigenen TV-Show wurde, nachdem Alan Bates, ein von der Software betroffener Filialleiter, jahrelang gegen das System kämpfte, das ihm seine Existenz raubte. Doch die Post war weiterhin unbeeindruckt. Im Jahr 2024 hatte der arme Mann schließlich einen Defizitbetrag von 1.200 Euro – und das war genug, um ihm einen Platz auf der „Verbrecherbank“ zu sichern. „Unrecht ist die Grundlage für alle großen Filme“, könnte man sagen – und im Fall von Bates und der Post wird das Drehbuch glatt als „Bürokratische Tragödie“ eingestuft.

„Wiedergutmachung“ – doch wer will noch „Geld von denen“?

Als Rishi Sunak, der damalige Premierminister, die Sache als „größten Justizirrtum“ bezeichnete, versprach er feierlich, „die Wahrheit ans Licht zu bringen“ und den Opfern Gerechtigkeit zu verschaffen. Doch noch immer ziehen sich die Entschädigungen wie Kaugummi, und während die 7.500 Opfer bereits Entschädigungen erhielten, liegen noch mehr als 3.700 Fälle auf dem Tisch. Eine schier endlose Verwaltungsschleife, die nicht einmal für den Postboten eine Empfehlung wert wäre.

Fazit: Post oder Poesie?

Was lernen wir also aus dem ganzen Theater? Das Horizon-System ist nicht nur ein technisches Desaster, sondern ein Paradebeispiel dafür, wie eine menschliche Tragödie in die Hände von Software und Bürokraten fällt. Und wie jeder Skandal zeigt: Wer zu spät zuschlägt, bekommt die Rechnung erst viel später. Nun haben wir einen Skandal, der mehr Folgen hat als eine Soap Opera, und wie jeder wahre Drama-Fan weiß, ist das Ende des Ganzen oft schwer zu ertragen – so auch hier.

Also, bleibt nur noch die Frage: Was ist schlimmer? Ein verlorener Brief oder die verlorenen Leben durch die Post?

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