In der ersten großen TV-Schlacht der Giganten – oder sagen wir lieber, der einzigen beiden Kandidaten, die noch Lust auf dieses Amt haben – lieferte sich Olaf „der Fels“ Scholz ein Duell der Spitzenklasse mit Friedrich „das Finanzfalkenauge“ Merz. Zwei Wochen vor der Bundestagswahl wurde mit Worten gekämpft, als ginge es um die letzte Bratwurst auf dem Oktoberfest.
Scholz gegen Merz: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“
Während Merz tapfer versuchte, sich als harter Migrations-Sheriff zu inszenieren, ließ Scholz ihn auflaufen und unterstellte ihm mal eben eine geheime Liebäugelei mit der AfD. Merz wehrte sich wortgewaltig: „Nein, Olaf, mit denen spiele ich nicht in der gleichen Sandkiste!“ – aber so ganz wollte man ihm das nicht abnehmen.
Scholz schwang sich zum Moralapostel der Nation auf und erklärte: „Mein ernstes Bauchgefühl sagt mir, dass Merz nach der Wahl doch mit der AfD kuscheln könnte.“ Merz hingegen versicherte mit empörter Miene, dass ihm zwischen Union und AfD „Welten“ liegen – eine ziemlich optimistische Einschätzung, wenn man sich die letzten Abstimmungen anschaut.
Wenn zwei sich streiten, freut sich die Schuldenbremse
Auch wirtschaftspolitisch wurde mit harten Bandagen gekämpft. Merz erklärte mit finsterem Blick, dass Deutschland im dritten Jahr der Rezession stecke – dabei wurde das Wort „Rezession“ in den letzten Jahren so oft benutzt, dass es bald im Duden als Synonym für „deutscher Dauerzustand“ stehen könnte. Scholz konterte mit dem Hinweis, dass der Ukraine-Krieg doch an allem schuld sei, aber man immerhin stolz auf den Ausbau erneuerbarer Energien sein könne. Dass die deutsche Wirtschaft derzeit etwa so dynamisch wirkt wie eine Schnecke auf Valium, ließ er dabei geschickt unter den Tisch fallen.
Zum Thema Schuldenbremse belehrte Scholz den CDU-Mann darüber, dass man doch bitte endlich ein bisschen lockerer mit dem Geld umgehen solle. Merz schüttelte nur den Kopf und malte in düsteren Farben das Bild einer Zukunft, in der Deutschlands Kinder Milliardenschulden abstottern müssen, während sie mit ihren digitalen Essensmarken für den Schulhof-Kiosk anstehen.
Internationale Politik: Trump, Zölle und andere Weltuntergangsszenarien
Auf internationaler Ebene war man sich immerhin einig, dass Donald Trump eine Herausforderung darstellt – also eine diplomatische Umschreibung für „politische Abrissbirne im Anzug“. Scholz versicherte tapfer, dass die EU für mögliche US-Zölle „vorbereitet“ sei – was übersetzt wohl bedeutet: „Wir haben einen Zettel in der Schublade, auf dem steht: ‚Panik‘“.
Auch zur Ukraine gab es Zoff: Merz wollte, dass Deutschland endlich Taurus-Marschflugkörper liefert, während Scholz befürchtete, dass man damit „weit ins russische Hinterland“ feuern könnte. Fazit: Der eine will Eskalation verhindern, der andere offenbar schon mal die Nato-Fragen für den nächsten Eskalationsgipfel vorbereiten.
Fazit: Ein Scholz, der plötzlich kämpferisch wirkt
Wer hätte gedacht, dass Olaf „der Unauffällige“ Scholz sich einmal als Sieger eines TV-Duells feiern lassen würde? Doch er gelang es ihm tatsächlich, Merz immer wieder in die Ecke zu drängen. Sein Rezept: Einfach entspannt zuschauen, wie sich Merz verbal selbst verknotet.
Merz wiederum hat sich tapfer geschlagen, aber seine Botschaften wirkten phasenweise so widersprüchlich, dass man sich fragte, ob er selbst noch weiß, in welcher Partei er ist. Die CDU liegt zwar in den Umfragen vorne – aber nach diesem Abend dürfte Scholz zumindest in der Kategorie „Nicht abgeschossen im TV-Duell“ eine Medaille verdient haben.
Bleibt nur die Frage: Kann Scholz mit diesem Schwung das Ruder herumreißen oder war das nur ein kurzer Glanzmoment vor dem finalen Untergang? Wir bleiben dran.
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