In einem der bisher deutlichsten Zeichen für einen politischen Stimmungswandel in den USA hat der Demokrat Taylor Rehmet am Samstag eine wichtige Nachwahl zum texanischen Senat gewonnen – und das in einem Wahlbezirk, den Donald Trump 2024 noch mit 17 Prozentpunkten Vorsprung gewonnen hatte.
Rehmet, ein Gewerkschaftspräsident und ehemaliger Air-Force-Veteran, setzte sich im 9. Distrikt rund um Fort Worth gegen die von Trump unterstützte Republikanerin Leigh Wambsganss durch – mit einem Vorsprung von 14 Punkten. Damit ergibt sich ein beachtlicher Swing von rund 31 Punkten zugunsten der Demokraten.
Die Wahl gilt als weiterer Beweis für die derzeitige Demokraten-Offensive bei Spezial- und Nachwahlen: Bereits 2023 hatte die Partei über 20 Sitze in Parlamenten der Bundesstaaten hinzugewonnen. Im Dezember gelang ein ähnlicher Überraschungssieg in einem traditionell republikanischen Bezirk in Georgia.
Rehmet hatte bereits im ersten Wahlgang im November 48 Prozent erreicht – gegen Wambsganss, eine konservative Aktivistin und Führungskraft beim rechten Mobilfunkanbieter Patriot Mobile, sowie einen weiteren republikanischen Kandidaten.
Trump selbst hatte sich noch kurz vor der Stichwahl hinter Wambsganss gestellt, mit mehreren Social-Media-Postings. Doch am Sonntag zeigte er sich betont desinteressiert am Ausgang: „Ich bin da nicht involviert. Das ist eine lokale Texas-Wahl.“ Auf die Nachfrage von Journalisten in Florida sagte er lediglich: „Schade, was soll ich sagen?“
Der Vorsitzende des Demokratischen Nationalkomitees, Ken Martin, bezeichnete Rehmets Sieg als „Beleg dafür, dass unsere Investitionen in lokale Rennen Wirkung zeigen.“ Der Fokus der Demokraten habe sich laut Martin strategisch verlagert: Statt nur auf Bundespolitik zu setzen, unterstütze man gezielt Kandidaten auf Landes- und Lokalebene, um so langfristig politische Strukturen aufzubauen.
Der Senatssitz war vakant, nachdem der Republikaner Kelly Hancock im vergangenen Jahr zurückgetreten war, um das Amt des kommissarischen Comptrollers von Texas zu übernehmen.
Rehmets Erfolg gilt nun als Signal für die Midterms 2026, dass selbst tiefrötliche Bezirke nicht mehr uneinnehmbar für die Demokraten sind.
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