Ein umstrittener Medien-Deal in den USA hat eine entscheidende Hürde genommen: Der Senderbetreiber Nexstar hat die Übernahme des Konkurrenten Tegna für 6,2 Milliarden Dollar abgeschlossen – unterstützt von der Regierung unter Präsident Donald Trump.
Durch die Fusion entsteht ein Medienkonzern mit enormer Reichweite: Künftig sollen rund 80 Prozent der US-Haushalte in 44 Bundesstaaten erreicht werden. Möglich wurde dies erst durch eine Sondergenehmigung der US-Medienaufsicht FCC, die eine bisher geltende Obergrenze für die Reichweite einzelner Anbieter außer Kraft setzte.
Befürworter sehen darin eine notwendige Anpassung an den Wandel der Branche. Nexstar-Chef Perry Sook argumentiert, nur größere Einheiten könnten im Wettbewerb mit Streamingdiensten und Medienriesen wie Disney oder Fox bestehen. Die Regierung habe die „dynamischen Kräfte“ des Marktes erkannt und den Weg für die Fusion freigemacht.
Kritiker hingegen warnen vor einer gefährlichen Konzentration von Medienmacht. Die demokratische FCC-Kommissarin Anna Gomez sieht die Gefahr, dass lokale Stimmen weiter verdrängt und redaktionelle Vielfalt eingeschränkt werden. Bereits jetzt habe Nexstar begonnen, Redaktionen zu verkleinern.
Für zusätzliche Brisanz sorgte der Fall um den Moderator Jimmy Kimmel: Nexstar hatte zeitweise die Ausstrahlung seiner Sendung gestoppt – nach politischen Kontroversen und Kritik aus dem Umfeld des Weißen Hauses. Gegner der Fusion werten dies als Hinweis auf möglichen politischen Einfluss auf redaktionelle Entscheidungen. Das Unternehmen weist dies zurück.
Auch juristisch ist der Deal noch nicht abgeschlossen. Mehrere US-Bundesstaaten haben Klage eingereicht, um die Übernahme zu stoppen. Sie befürchten, Nexstar könne in vielen Regionen eine marktbeherrschende Stellung erlangen, Preise erhöhen und die Qualität der lokalen Berichterstattung weiter verschlechtern.
Trotz dieser Einwände markiert die Fusion einen tiefgreifenden Einschnitt in die US-Medienlandschaft – mit ungewissen Folgen für Wettbewerb und Meinungsvielfalt.
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