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Darmkrebs ist inzwischen häufigste krebsbedingte Todesursache bei Menschen unter 50

derneuemann (CC0), Pixabay
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Darmkrebs ist in den USA mittlerweile die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Menschen unter 50 Jahren. Das geht aus neuen Daten der American Cancer Society hervor, die am 22. Januar im Journal of the American Medical Association veröffentlicht wurden.

Demnach ist Darmkrebs innerhalb weniger Jahrzehnte vom fünfthäufigsten zum häufigsten Krebstodesgrund in dieser Altersgruppe aufgestiegen. In den frühen 1990er-Jahren lag die Erkrankung noch weit zurück, inzwischen steht sie an der Spitze.

„Wir hatten nicht erwartet, dass Darmkrebs so schnell auf dieses Niveau ansteigt“, erklärte Studienautor Ahmedin Jemal von der American Cancer Society. „Es ist nun klar, dass man Darmkrebs nicht länger als Erkrankung älterer Menschen bezeichnen kann.“

Andere Krebsarten verlieren an Bedeutung

Laut der Auswertung:

  • fiel Lungenkrebs von Platz eins auf Platz vier,

  • rutschte Leukämie von Platz drei auf Platz fünf,

  • blieb Brustkrebs insgesamt auf Platz zwei und ist weiterhin die häufigste krebsbedingte Todesursache bei Frauen unter 50.

Für die Studie wurden Daten von mehr als einer Million Betroffenen aus allen 50 US-Bundesstaaten sowie dem District of Columbia aus den Jahren 1990 bis 2023 ausgewertet.

Experten zeigen sich alarmiert

Fachleute sprechen von einer besorgniserregenden Entwicklung. Michael Sapienza, Geschäftsführer der Colorectal Cancer Alliance, sagte, die aktuellen Zahlen bestätigten eine Entwicklung, vor der Experten seit Jahren warnen.

Auch der Onkologe Timothy Cannon bezeichnete den Trend als „dramatisch und äußerst beunruhigend“. Noch vor wenigen Jahren sei davon ausgegangen worden, dass Darmkrebs erst zwischen 2040 und 2050 zur häufigsten Krebstodesursache bei unter 50-Jährigen werde. „Diese Zukunft ist schneller eingetreten als erwartet“, so Cannon.

Ursachen unklar – aber Risikofaktoren bekannt

Die Gründe für den starken Anstieg sind bislang nicht eindeutig geklärt. Wissenschaftler wissen derzeit nicht, ob es einen einzelnen Hauptauslöser gibt oder mehrere zusammenwirkende Faktoren.

Nach Angaben der American Cancer Society könnten jedoch rund 55 Prozent der Fälle mit bekannten Risikofaktoren zusammenhängen, darunter:

  • Bewegungsmangel

  • starkes Übergewicht

  • Rauchen und hoher Alkoholkonsum

  • hoher Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch

  • zu wenig Ballaststoffe, Vollkornprodukte und Kalzium

Früherkennung bleibt entscheidend

Ein zentrales Problem: Drei von vier Erkrankten unter 50 Jahren werden erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert. Die Autoren der Studie fordern deshalb:

  • mehr Aufklärung über Symptome,

  • weniger Tabuisierung der Erkrankung,

  • und eine stärkere Nutzung von Früherkennungsangeboten.

„Auch wenn wir die Ursachen noch nicht vollständig verstehen, können schon heute Leben gerettet werden – durch Aufmerksamkeit, rechtzeitige Diagnose und Vorsorge“, sagte Studienautorin Rebecca Siegel.

Trotz allem auch positive Entwicklungen

Neben dem Anstieg bei Darmkrebs gibt es auch gute Nachrichten:
Die Sterblichkeit bei fast allen anderen häufigen Krebsarten bei unter 50-Jährigen ist in den vergangenen Jahren gesunken – darunter auch bei Brustkrebs und Leukämie.

Zudem zeigen aktuelle Zahlen der American Cancer Society, dass sich die Überlebenschancen insgesamt deutlich verbessert haben:
Rund 70 Prozent der Krebspatienten überleben heute mindestens fünf Jahre nach der Diagnose. In den 1970er-Jahren lag dieser Wert noch bei etwa 50 Prozent.

Fazit

Darmkrebs ist keine Erkrankung des Alters mehr. Die stark steigenden Todeszahlen bei jüngeren Menschen stellen Medizin und Gesellschaft vor neue Herausforderungen – machen aber zugleich deutlich, wie wichtig Aufklärung, Vorsorge und frühe Diagnose sind.

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