Startseite Allgemeines „Da würde man mich nach Guantanamo abschieben“ – USA wollen Instagram checken, bevor du einreist
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„Da würde man mich nach Guantanamo abschieben“ – USA wollen Instagram checken, bevor du einreist

95C (CC0), Pixabay
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Du willst in die USA reisen, ein bisschen New York sehen, Burger essen und vielleicht ein kitschiges Selfie vor dem Grand Canyon machen? Kein Problem – wenn du in den letzten fünf Jahren auf Social Media kein Meme über Donald Trump gepostet hast, keine politischen Witze gemacht hast und dein letzter WhatsApp-Status nicht „ACAB“ war.

Denn: Die USA haben mal wieder eine neue Idee, wie man Touristen effizient abschreckt. Künftig sollen auch Reisende aus visabefreiten Ländern wie Österreich bei der Einreise ihre Social-Media-Aktivitäten der letzten fünf Jahre offenlegen. Ja, richtig gelesen. Fünf Jahre! Also lieber jetzt schon mal 2019 durchscrollen und peinliche „Quarantäne-Koch-Videos“ oder politische Rants löschen. Oder einfach alles.

Und damit nicht genug: Auch deine Telefonnummern der letzten fünf Jahre (wer erinnert sich da nicht gerne an die „SIM-only“-Phase?) und alle E-Mail-Adressen der letzten zehn Jahre (inklusive der peinlichen dragonballfan94@hotmail.com

) sollen angegeben werden. Ach ja, und die Daten deiner Familie bitte gleich mit – also alle Telefonnummern, Geburtsorte und Anschriften deiner Verwandten. Am besten inklusive deiner Großtante, die sich 1982 einmal nach Florida verirrt hat.

Datenschutz? Lol, good one.

Laut US-Behörden ist das alles total vernünftig. Es gehe – Überraschung – um nationale Sicherheit. Schließlich kann sich unter dem Decknamen „veganer Reiseblogger“ auch ein Terrorist verbergen. Dass man dabei gleich mal deine gesamte digitale Existenz durchleuchtet, inklusive dem Kommentar unter dem Biden-Video „#cringe“, ist offenbar Kollateralschaden.

Und das Beste: Die Regel soll für 42 Länder gelten. Darunter Australien, Frankreich, Südkorea, Japan – also praktisch alle, die man sonst auf der Gästeliste für einen gepflegten Brunch erwarten würde.

ESTA wird zum FBI-Test

Bisher reichte für einen Kurztrip in die USA die ESTA-Genehmigung – ein kleines Online-Formular, ein bisschen Geld, zack, rein ins Land der unbegrenzten Wartezeiten. Nun könnte das eher wie ein Bewerbungsgespräch bei der NSA laufen: „Haben Sie jemals TikTok benutzt?“ – „Wie viele Katzenvideos haben Sie 2020 geliked?“ – „Warum folgt Ihre Schwester einem Account namens ‘RevolutionNow’?“

Auch schlecht für alle, die noch mit einem alten Nokia-Handy reisen und keine „Screenshots der Social-Media-Aktivitäten“ mitbringen können. Oder für Menschen mit einem kritischen Geist – also Europäer.

Tourismusexperten sind… begeistert

Der Welttourismusrat (WTTC) sieht übrigens mit Sorge, dass sich viele Menschen durch diese Maßnahmen vom USA-Urlaub abwenden. Verständlich. Wer will schon in ein Land reisen, in dem die Einreise mehr kostet als der Flug – nervenmäßig. Doch keine Sorge: Für die Fußball-WM 2026 und die Olympischen Spiele 2028 hofft man auf Menschen, die bereit sind, sich für ein Sportticket auch digital nackt auszuziehen.

Fazit:

Wenn du also demnächst in die USA fliegst, achte bitte auf folgende Punkte:

  • Lösche alle sarkastischen Tweets über US-Politik.

  • Nimm ein Zweithandy mit, auf dem nur „Candy Crush“ installiert ist.

  • Gib bei Beruf „unpolitischer Sonnenanbeter“ an.

  • Und sag deiner Oma, sie soll nicht ans Telefon gehen, falls „Homeland Security“ anruft.

Willkommen in Amerika – dem Land der Freiheit. Aber nur, wenn dein Facebook-Profil seit 2018 komplett clean ist.

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