Silvesterfeier endet in Tragödie: Dutzende Tote bei Explosion in Bar in Crans-Montana
Crans-Montana (VS), 1. Januar 2026 – In der Silvesternacht kam es im mondänen Schweizer Skiort Crans-Montana zu einem folgenschweren Unglück: In der Bar Le Constellation kam es kurz nach Mitternacht zu einer Explosion, die einen verheerenden Brand auslöste. Laut Angaben der Polizei sind mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen, über 100 weitere wurden verletzt, viele davon schwer.
Zum Zeitpunkt der Katastrophe befanden sich über 100 Personen im Lokal, darunter viele junge Menschen. Die Ursache ist bislang nicht abschließend geklärt, Pyrotechnik könnte jedoch eine Rolle gespielt haben. Die Ermittlungen dauern an.
Panik in der Silvesternacht
Die Explosion ereignete sich laut Polizeiangaben um 1:30 Uhr im Untergeschoss der Bar, wo zum Jahreswechsel gefeiert wurde. Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen:
„Es herrschte absolute Panik, alle schrien. Die Flammen waren nur einen Meter von uns entfernt“, schilderten zwei junge Französinnen gegenüber dem Sender BFMTV. Sie sprechen davon, dass eine sogenannte Geburtstagskerze auf einer Champagnerflasche den Brand ausgelöst haben könnte.
Weitere Berichte deuten darauf hin, dass Wunderkerzen oder Feuerwerkskörper, die in der dicht gefüllten Bar auf Flaschen platziert wurden, möglicherweise die Decke entzündeten. Eine Frau sei dabei auf den Schultern einer anderen gestanden und habe eine brennende Flasche zu hoch gehalten. Die Flammen hätten sich laut Zeugen „rasend schnell“ ausgebreitet.
Der Ausgang sei für die Menge zu eng gewesen – Fenster mussten eingeschlagen werden, um Menschen zu retten.
Großaufgebot der Rettungskräfte – Region unter Ausnahmezustand
Innerhalb weniger Minuten trafen erste Einsatzkräfte ein. Zehn Helikopter, 40 Rettungswagen und rund 150 medizinische Fachkräfte wurden mobilisiert. Auch aus umliegenden Kantonen und aus der italienischen Region Aostatal kam Hilfe. Das betroffene Gebiet wurde weiträumig abgesperrt, zudem ein Überflugverbot verhängt.
Laut dem Präsidenten des Regionalrats, Mathias Reynard, ist die Intensivstation des Spitals Wallis ausgelastet. Er appellierte an die Bevölkerung, auf unnötige Spitalbesuche zu verzichten. Auch am Universitätsspital in Genf landeten laut Zeugenberichten im Minutentakt Rettungshubschrauber.
Die Polizei hat für Angehörige eine Notrufnummer (0848 112 117) eingerichtet. Die Website der Kantonspolizei Wallis sowie die Hotline waren zwischenzeitlich überlastet.
Keine Hinweise auf Terroranschlag – Ermittlungen laufen
Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud stellte bei einer Pressekonferenz klar:
„Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden.“
Man behandle den Vorfall als tragisches Brandunglück, die genauen Ursachen würden nun mit Hochdruck untersucht. Bislang sei noch keines der Opfer offiziell identifiziert worden, die Identifikationsarbeit laufe unter größtem Respekt gegenüber den Familien.
Politische Reaktionen – Staat spricht von „besonderer Lage“
Der Staatsrat des Kantons Wallis hat am Donnerstagmorgen um 9:00 Uhr die besondere Lage verhängt, um schnell und unbürokratisch Ressourcen zur Bewältigung der Katastrophe mobilisieren zu können. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Einsatzkräfte unbedingt Folge zu leisten.
Bundespräsident Guy Parmelin verschob angesichts der Tragödie seine traditionelle Neujahrsansprache. In einer Mitteilung heißt es, dies geschehe „aus Respekt vor dem Leid und der Trauer der Familien“.
Crans-Montana im Schockzustand
Crans-Montana, auf rund 1.500 Metern gelegen, zählt zu den exklusivsten Wintersportorten der Schweiz. Über die Feiertage ist der Ort meist vollständig ausgebucht, zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland genießen das Skigebiet, Luxusunterkünfte und das pulsierende Nachtleben.
Nun steht der Ort unter Schock. Bilder zeigen Feuerwehrfahrzeuge, provisorische Sichtschutzwände und weiträumig abgesperrte Bereiche rund um die Bar. In den sozialen Medien kursieren Videos, die das Ausmaß des Feuers zeigen.
Ein stiller Jahresbeginn
Während in vielen Teilen der Welt das neue Jahr mit Freude begonnen hat, herrscht in Crans-Montana Stille und Trauer. Was als festliche Nacht geplant war, hat zahlreiche Menschenleben gekostet und Familien ins Unglück gestürzt.
Die Behörden, Einsatzkräfte und medizinischen Teams arbeiten weiterhin unermüdlich – und die Schweiz trauert um die Opfer eines Unglücks, das so nie hätte geschehen dürfen.
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